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Internationale Studie

Früher Verlust des Jobs hat lange Folgen

Noch mehr als 30 Jahre später hat ein früher Jobverlust gesundheitliche Auswirkungen.

Veröffentlicht:

BAMBERG. Viele Studien legen nahe, dass Arbeitsplatzverluste zu schlechterer Gesundheit führen. Soziologen der Universität Bamberg haben diese Forschung nun aufgegriffen und fragen: Hat der Verlust des Arbeitsplatzes auch dann noch Auswirkungen auf die Gesundheit, wenn er schon Jahrzehnte zurückliegt und gegebenenfalls anschließend weitere Anstellungen folgten?

Ja, haben Jonas Voßemer und Professor Michael Gebel von der Universität Bamberg herausgefunden: Der unfreiwillige Verlust des Arbeitsplatzes in einer frühen Phase des Berufslebens beeinträchtigt die Gesundheit langfristig. Mehr als 30 Jahre später ließen sich noch Auswirkungen auf die Gesundheit ausmachen, die darauf zurückzuführen seien, wie die Universität jetzt mitteilt.

Für ihre Untersuchung verwendeten die Forscher Daten einer länderübergreifenden Studie, bei der rund 28.000 über 50-jährige Europäer rückwirkend zu ihrem sozialen und familiären Netzwerk, ihrer Gesundheit und ihrem sozio-ökonomischen Status über ihren gesamten Lebenslauf befragt wurden (Adv Life Course Res 2018; 35: 69-76).

Die Analysen, die Voßemer und Gebel gemeinsam mit Dr. Olena Nizalova von der University of Kent und Olga Nikolaieva von der ukrainischen Kyiv School of Economics durchführten, belegten: Personen, die ihre Stelle in den ersten zehn Jahren ihres Berufslebens unfreiwillig verloren, gaben mit einer im Mittel 6 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit bei der Befragung an, einen mittelmäßigen oder schlechten Gesundheitszustand zu haben als Personen, die in dieser Phase keinen Arbeitsplatzverlust erfuhren, aber ansonsten vergleichbare Eigenschaften hatten.

Die Forscher konnten auch demonstrieren, dass dies sowohl für Arbeitnehmer gilt, die entlassen wurden, als auch für diejenigen, deren Betrieb schloss. Das spricht dafür, dass der Einfluss von Störfaktoren in den Analysen vermieden werden konnte. Denn bei einer Schließung sind alle Arbeitnehmer betroffen, sodass es weniger wahrscheinlich ist, dass der Arbeitsplatzverlust auf persönliche Merkmale der Arbeitnehmer zurückzuführen ist, die auch deren Gesundheit beeinflussen.

Welche Schlussfolgerung lassen die Ergebnisse zu? „Im Einklang mit früheren Studien zeigen wir, dass Arbeitsplatzverluste und Arbeitslosigkeit nicht nur finanzielle Konsequenzen haben. Unsere Studie deutet außerdem daraufhin, dass diese Folgen lange weiter bestehen können“, wird Voßemer in der Mitteilung zitiert.

Diese Ergebnisse, falls sie in weiterer Forschung bestätigt werden, legten nahe, dass die Politik in ihrer Abschätzung der Kosten von Arbeitsplatzverlusten und Arbeitslosigkeit sowohl die gesundheitlichen Folgen als auch deren Dauerhaftigkeit berücksichtigen sollte. (eb)

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