Bildgebende Diagnostik

Früherkennung der Arthrose ist keine Utopie

Spezielle bildgebende Verfahren erkennen erste Knorpelschäden so früh, dass eine Arthrose verhindert werden kann.

Veröffentlicht:

BREMEN/BERLIN. Bei Gelenkschmerzen wird eine bereits bestehende Arthrose meist nur anhand einer Röntgenaufnahme festgestellt, erinnert die Deutsche Rheuma-Liga (DRL): Der Gelenkspalt zwischen zwei Knochen ist kleiner als üblich.

"Die Knorpelschicht ist zu diesem Zeitpunkt bereits abgebaut und kann nicht wieder hergestellt werden", wird Dr. Ingo Arnold von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie in einer Mitteilung der DRL zitiert. Für eine präventive Therapie sei es daher zum Zeitpunkt der Diagnose schon zu spät.

"Dabei kündigt sich die Arthrose zumindest auf molekularer Ebene in Form einer abnormalen Knorpelzellorganisation bereits sehr viel früher an, noch bevor der Patient aufgrund von Schmerzen zum Arzt geht", so der Chefarzt am Rotes Kreuz Krankenhaus, Bremen.

Diese beschädigten Areale, die in einer Röntgenaufnahme als gesund eingestuft werden, könne die Nah-Infrarot-Spektroskopie (Near Infra Red/NIR) als Präarthrose entlarven. "Zu diesem frühen Zeitpunkt können wir noch verhindern, dass es überhaupt zu einem Gelenkverschleiß kommt."

Vielversprechend sei auch eine spezielle Form der Magnetresonanztomographie (MRT), mit der die biochemische Zusammensetzung des Knorpels untersucht wird, so die Rheuma-Liga in ihrer Mitteilung. Denn der Knorpel zeige in der frühen Phase einer Arthrose typische Veränderungen: Es kommt unter anderem zum Verlust von Glykosaminoglykanen (GAG), die als Biomarker dienen.

Seit mehreren Jahren steht eine MRT-Technik zur Verfügung, die anhand des GAG-Gehalts eine Präarthrose erkennt: dGEMRIC (delayed gadolinium-enhanced MRI of cartilage).

Derzeit ist die dGEMRIC-Technik allerdings noch sehr teuer und wird noch nicht im Routinebetrieb angewendet. "Wir gehen aber davon aus, dass diese neuen Verfahren den Patienten schon in zwei bis drei Jahren zur Verfügung stehen könnten", schätzt der Rheumatologe aus Bremen. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Weniger Schmerzen

Orthese bei Kniearthrose könnte hilfreich sein

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion

Niere schützen bei HFrEF – aber wie?

Infektionsschutz bei Krebspatienten

Hämatologische Neoplasien: Welche Impfungen bei Betroffenen sinnvoll sind

Lesetipps
Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?