Für Patienten mit Bronchial-Ca ist Topotecan eine neue Option

FREISING (wst). Bei Patienten mit rezidiviertem kleinzelligem Bronchialkarzinom (SCLC) bietet sich der Topoisomerase-Hemmer Topotecan als Mittel der Wahl an. Im Vergleich zu einer alleinigen bestmöglichen symptomatischen Therapie war mit Topotecan die Überlebenszeit fast verdoppelt.

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Beim metastasierten Ovarialkarzinom ist Topotecan (Hycamtin®) schon länger etabliert. Seit Anfang 2006 ist es, wie gemeldet, in Deutschland - vorerst nur als i.v.-Infusion - auch zur Behandlung von Patienten mit rezidiviertem SCLC zugelassen. Für diese Patienten kommt eine Wiederbehandlung mit der primären Chemotherapie meist nicht mehr in Frage.

Ausschlaggebend für die Zulassungserweiterung in Deutschland waren die Daten einer erstmals 2005 vorgestellten britischen Studie von Dr. Mary O’Brien und ihren Mitarbeitern in Sutton. Darüber hat Dr. Wolfgang Schütte vom Städtischen Krankenhaus Martha Maria in Halle auf einem Symposium des Unternehmens GlaxoSmithKline in Freising berichtet.

Zur Erinnerung: An der offenen randomisierten Phase-3-Studie nahmen 141 Patienten mit fortgeschrittenem SCLC teil, die nach oder während einer primären Kombinationschemotherapie einen Rückfall erlitten hatten. 70 Patienten bekamen eine optimale symptomatische Behandlung (Best Supportive Care, BSC). 71 Patienten erhielten zusätzlich alle 21 Tage einen fünftägigen Zyklus mit täglich 2,3 mg/m2 Topotecan oral (entspricht 1,5 mg/m2 intravenös).

Bei sieben Prozent der Patienten, die mit Topotecan behandelt wurden, bildete sich der Tumor zurück. Bei 44 Prozent stabilisierte sich die maligne Erkrankung. Mit BSC allein überlebten die Patienten durchschnittlich 14 Wochen, 26 Prozent überlebten sechs Monate oder länger.

In der Topotecan-Gruppe war die mittlere Überlebenszeit mit 26 Wochen nahezu doppelt so lang. 49 Prozent überlebten sogar ein halbes Jahr. Auch tumorbedingte Beschwerden wie Atemnot, Schlafstörungen und Fatigue waren mit Topotecan seltener und schwächer ausgeprägt als in der BSC-Gruppe.

Allerdings kamen vor allem hämatologische Ereignisse wie Neutropenien und Thrombozytopenien in der Topotecan-Gruppe deutlich häufiger vor als in der Kontrollgruppe. Dennoch war der mittlere Index der Lebensqualität mit Topoisomerase-Hemmer besser. Die unerwünschten Wirkungen ließen sich überwiegend gut beherrschen.

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