Direkt zum Inhaltsbereich

Erste Ergebnisse

Gastroenteritis-Welle: Hinweise auf Noroviren

Mehr als 8300 Kinder und Jugendliche in Ostdeutschland sind erkrankt - viel mehr als zunächst bekannt. Inzwischen gibt es erste Hinweise auf die Ursache: In einigen Fällen wurde das hochansteckende Norovirus nachgewiesen. Mit einer Bewertung halten sich die Behörden zurück.

Veröffentlicht:
Sitz des Küchen- und Kantinenzulieferers Sodexo im hessischen Rüsselsheim..

Sitz des Küchen- und Kantinenzulieferers Sodexo im hessischen Rüsselsheim..

© Boris Roessler / dpa

BERLIN (dpa). Von den massenhaften Magen-Darm-Erkrankungen sind in Ostdeutschland mehr Kinder und Jugendliche betroffen als bislang bekannt. "Bundesweit sind 8365 Erkrankungsfälle bekannt", teilte die Sprecherin der Berliner Gesundheitsverwaltung am Samstag mit.

In Sachsen und Thüringen ist das hochansteckende Norovirus nachgewiesen worden. Doch bei der Bewertung dieser Ergebnisse sind die Behörden vorsichtig. Sie haben offenbar Lehren aus der zum Teil chaotischen Ehec-Krisenbewältigung gezogen.

Ob Noroviren die Hauptquelle sind, ist daher weiter unklar. In Sachsen wurden die Erreger in 16 Fälle und in Thüringen in sieben Fällen nachgewiesen. Das teilten das Dresdner Sozialministerium und das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz in Thüringen mit.

Die Thüringer Behörden gehen aber davon aus, dass es noch andere Ursachen geben muss. In Berlin hatte die Verwaltung am Freitag auch von Toxin-bildenden Bakterien gesprochen.

Laborergebnisse nicht vor Montag erwartet

Die betroffenen Einrichtungen wurden alle vom Caterer Sodexo mit Hauptsitz im hessischen Rüsselsheim beliefert. Die Firma wartet auf Laborergebnisse. Diese seien aber keineswegs vor Montag zu erwarten, berichtete ein Sprecher des Küchen- und Kantinenzulieferers am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Am Freitag hatte das Unternehmen erklärt, es sehe sich für die Krankheitswelle nicht verantwortlich.

Sodexo kocht in regionalen Küchen. Tourenpläne und Standorte sind so ausgelegt, dass möglichst wenig Zeit vom Ende des Kochprozesses bis zum Servieren vergeht. Als kritische Grenze wird dabei von drei Stunden ausgegangen, teilte der leitende Mitarbeiter Stephan Dürholt am Samstag mit.

Vor allem in Sachsen, in Brandenburg, Berlin und Thüringen sind Kindergartenkinder, Schüler und einige Pädagogen erkrankt. Aus Sachsen-Anhalt wurden 40 Fälle gemeldet. Die Experten im Bund und in den Ländern gingen davon aus, dass der Gipfel der Erkrankung überschritten sei, hieß es am Samstag.

Viele Nachmeldungen von Erkrankten

Die erhöhten Zahlen seien auf Nachmeldungen zurückzuführen. In den meisten Fällen verlief die Krankheit ohne größere Komplikationen. Nur wenige Patienten mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Weil keine Sekundärinfektionen beobachtet wurden, gehen die Behörden davon aus, dass die Erkrankungen nicht ansteckend sind.

Das Robert Koch-Institut (RKI) wollte zum Nachweis der Noroviren keine Einschätzung geben. "Wir müssen nicht jedes Laborergebnis kommentieren", sagte Sprecherin Susanne Glasmacher.

Der Sprecher des Bundesverbraucherministeriums, Holger Eichele verwies wiederum an das RKI, das für den humanmedizinischen Bereich zuständig sei. Eichele betonte, dass sich sein Ministerium nur um die Untersuchung der Lebensmittel kümmere.

Eine Expertengruppe, die Task Force, werde auch am Wochenende weiter Speisepläne aus den Kantinen, Essensproben, Lieferwege und Laborergebnisse auswerten. Die Arbeit sei sehr aufwendig und mühevoll, sagte Eichele. Gesicherte Hinweise gibt es noch nicht. Wir gehen erst an die Öffentlichkeit, wenn wir ein belastbares Ergebnis haben, sagte der Sprecher.

Die Zusammenarbeit mit den Behörden in den Ländern laufe deutlich besser als während der EHEC-Krise im vergangenen Jahr.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Häufige Komorbidität

Woher kommt die Fettleber bei Akne inversa?

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Spurenelemente

Zink und Testosteron: Wann ist eine Substitution sinnvoll?

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

Lesetipps
Hände hallten Tablette in linker Hand und Glas Wasser in rechter Hand

© IQ-Photography / Generated with AI / Stock.adobe.com

Medikamentöse Adipositastherapie

Faktenckeck orales Semaglutid: Was es kann und wo der Haken ist