Gates fordert besseren Kampf gegen HIV

US-Milliardär Bill Gates fordert eine effizientere Versorgung HIV-Infizierter. In Zeiten einer globalen Wirtschaftskrise müssten die vorhandenen Mittel besser genutzt werden.

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Aktiv beim Welt-Aids-Kongress in Washington dabei: Bill Gates.

Aktiv beim Welt-Aids-Kongress in Washington dabei: Bill Gates.

© dpa

WASHINGTON (mut). In einem Statement zur Welt-Aids-Konferenz fordert Bill Gates, Begründer der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, die vorhandenen Ressourcen zur Aids-Bekämpfung besser zu nutzen.

Zwar habe sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten einiges verbessert, "die Verbesserungen gehen aber nicht schnell genug", schreibt Gates.

"Für jeden Menschen der neu behandelt wird, werden zwei Menschen neu infiziert."

Der ehemalige Microsoft-Chef geht davon aus, dass weltweit nur jeder Zweite, der eine HIV-Therapie benötigt, diese auch bekommt.

Die Situation werde noch dadurch zugespitzt, dass in der derzeitigen Wirtschaftskrise immer weniger Spendengelder zur Verfügung stehen, wie sie zur Versorgung Erkrankter und zur Entwicklung neuer Therapien nötig sind. Daher müssten die vorhandenen Mittel effizienter verwendet werden.

Gates nannte einige Punkte, wie dies gelingen könnte: Zum einen solle man diejenigen Projekte herausfinden und kopieren, mit denen es gelingt, bei begrenztem Aufwand möglichst viele Menschen zu erreichen und zu versorgen.

Neue Mittel und Methoden gegen Neuinfektionen

Zum anderen darf der Fokus nicht nur darauf liegen, mehr Infizierte zu erreichen, sondern auch darauf, die Compliance der Behandelten zu verbessern.

In einigen Ländern bleibt noch immer weniger als die Hälfte der HIV-Patienten länger als zwei Jahre in Therapieprogrammen.

Gates: "Das ist einer der Gründe, weshalb wir selbst in Ländern mit gutem Zugang zu Therapien noch so viele Aids-Tote sehen."

Schließlich, so Gates, müssten neue Mittel und Methoden entwickelt werden, um die derzeit jährlich etwa 2,2 Millionen Neuinfektionen zu verhindern. Gates verwies dabei auf die Bedeutung der Beschneidung bei Männern.

Sie könne das Infektionsrisiko um 60 Prozent senken. Hier gebe es nun Feldstudien in stark von HIV betroffenen Ländern, in denen mit neuen Beschneidungsgeräten versucht wird, die Methode zu vereinfachen und mehr Männer dazu zu bewegen, sich beschneiden zu lassen.

Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung verfügt über ein geschätztes Vermögen von etwa 29 Milliarden US-Dollar.

Sie setzt sich vor allem für die Entwicklung und Bereitstellung von Therapien gegen Krankheiten in asiatischen und afrikanischen Ländern ein und unterstützt dort zahlreiche Gesundheitsprojekte.

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