Gel kapselt Erkältungsviren in der Nase ein

FRANKFURT AM MAIN (ner). Zu Beginn der Schnupfenzeit ist jetzt ein kausales Mittel gegen Erkältungskrankheiten vorgestellt worden. Das rezeptfrei in Apotheken erhältliche Nasenspray mit einem Mikro-Gel kapselt Erkältungsviren in der Nase ein.

Veröffentlicht:

Das Spray ist unter dem Namen Wick Erste Abwehr® im Handel. Es wird in die Nase gesprüht und wirkt dort auf der Oberfläche der Schleimhaut, wie Professor Wolfgang Gstöttner von der HNO-Uniklinik in Frankfurt am Main berichtet hat. Die Zellulose-Gelmatrix kapsele die Erkältungsviren ein, wodurch der weitere Kontakt zur Schleimhaut und damit die Vermehrung unterbunden wird, so Gstöttner.

Der Einkapselungseffekt des Gels ist nach Angaben des HNO-Arztes in Versuchen mit Rhinoviren elektronenmikroskopisch nachgewiesen worden. Eine Infektiosität sei in Zellkulturen danach nicht mehr zu beobachten, sagte Gstöttner bei der Einführungsveranstaltung des Unternehmens Procter & Gamble.

Außerdem senken die in dem Spray enthaltene Pyroglutaminsäure und Bernsteinsäure kurzfristig den pH-Wert im Nasopharynx von durchschnittlich 6,0 auf etwa 3,5 bis 4,0 ab. Dadurch werden Erkältungsviren inaktiviert. Schließlich werde die Nasensekretion angeregt, wodurch Viren und Entzündungsmediatoren weggespült werden sollen.

Von dem Spray werden bei ersten Anzeichen einer Erkältung viermal täglich zwei bis drei Sprühstöße in jedes Nasenloch gegeben. Die Therapie sollte bis zwei Tage nach Abklingen der Symptome fortgesetzt werden. Rechtzeitig angewendet, könnten etwa 20 Prozent der Erkältungen vermieden werden, sagte Professor Claus Bachert aus Gent in Belgien und verwies auf mehrere klinische Studien mit insgesamt knapp 3000 Teilnehmern. Haupteffekt sei jedoch ein wesentlich milderer und ein um zwei bis drei Tage verkürzter Krankheitsverlauf im Vergleich zu Patienten, die mit Placebo-behandelt werden. Als unerwünschte Wirkung können kurzfristig ein Brennen oder Stechen in der Nase sowie Niesreiz auftreten. Daher ist es für Kinder auch nur bedingt geeignet. Empfohlen wird es ab einem Alter von 12 Jahren.

Das Spray ist in Apotheken zum Preis von 9,95 Euro erhältlich. Eine Packung soll für zwei bis drei Erkältungen ausreichen.

Weitere Infos zu Atemwegsinfektionen unter www.aerztezeitung.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

ARE in Grafiken

RKI: Grippewelle deutet sich an

ARE in Grafiken

Zahl der Influenza-Infektionen steigt

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

© Bionorica SE

Phytoneering-Akademie

Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

Anzeige | Bionorica SE
Antibiotika – Fluch und Segen

© Bionorica SE

Podcast

Antibiotika – Fluch und Segen

Anzeige | Bionorica SE
Brauchen wir noch Antibiotika?

© deepblue4you | iStock

Content Hub

Brauchen wir noch Antibiotika?

Anzeige | Bionorica SE
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Unterschiede der Geschlechter

Herzinfarkte und Ischämie bei Frauen: Was ist wirklich anders?

Spurensuche

Hypertrophe Kardiomyopathie: Tipps für die Diagnostik

Lesetipps
Eine Frau hält ihrem bettlägerigen Mann die Hand.

© openlens / Stock.Adobe.com

Fünf Szenarien durchgespielt

Was bei einem palliativmedizinischen Notfall Priorität hat

Eine Figur steht in einem Irrgarten.

© imaginando / stock.adobe.com

Kasuistik

Patient mit juckendem Ausschlag: Irrwege bis zur richtigen Diagnose