Direkt zum Inhaltsbereich

Gichtknoten so groß wie Tennisbälle

NEUMARKT (ner). Bei lang anhaltender Hyperurikämie lagern sich Uratkristalle nicht nur am Großzehengrundgelenk ab, sondern auch an großen Gelenken. So wie bei einem 72-jährigen Mann, der sich mit seit langem bestehenden schmerzlosen Schwellungen an beiden Kniegelenken beim Orthopäden vorstellte.

Veröffentlicht:

An beiden Kniescheiben des Mannes fanden Privatdozent Alexander Schuh und Dr. Wolfgang Hönle vom Klinikum Neumarkt tennisballgroße, harte und nicht verschiebbare Schwellungen, die nicht druckschmerzhaft waren (MMW 43, 2007, 5).

Der Patient berichtete, dass er vor Jahren unter Gichtanfällen an beiden Füßen gelitten habe. Die Schwellungen an den Knien bestünden seit Jahren. Neuerdings würden ihm die Kniegelenke Probleme bereiten.

Im Röntgenbild fielen beidseits präpatellare Verkalkungen auf. Es handelte sich um Gichttophi, den Zeichen der chronischen Gicht. Zudem bestand wegen einer fortgeschrittenen Gonarthrose die Indikation zur endoprothetischen Versorgung beider Kniegelenke. Die Neumarkter Orthopäden rieten dazu, die Entfernung der Tophi und die Endoprothesen-Implantation in zwei Schritten vorzunehmen. Denn bei gleichzeitigem Vorgehen sei höchstwahrscheinlich mit Wundheilungsstörungen zu rechnen.

Die Harnsäure im Plasma ist oberhalb von 7 mg/dl gesättigt und es fallen nadelförmige Uratkristalle aus. Sie sammeln sich in gefäßlosen oder gefäßarmen Geweben (Knorpel, Bänder, Sehnen) an, vor allem in kühleren Regionen, etwa den distalen peripheren Gelenken oder Ohrmuscheln. Bei den Tophi handelt es sich um Aggregate von Natriumuratkristallen, die ab einem Durchmesser von 5 mm im Röntgenbild als Läsionen erkennbar sind. Die wie ausgestanzt wirkenden Knochendefekte gehen den subkutanen Tophi voraus. Bei schwerer und lang anhaltender Krankheit finden sich die Ablagerungen auch in großen Gelenken sowie im Parenchym von Organen wie den Nieren.

Manchmal würden Tophi mit Xanthomen oder Kalkeinlagerungen anderer Genese verwechselt, so Schuh und Hönle. In unklaren Fällen müssten die Knoten histologisch untersucht werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Übersicht und Metaanalyse

Probiotika könnten Arthrose-Beschwerden lindern

Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo VasioCore

© InMediq

inmediQ

VasioCore: Patientenspezifischer Cardiovascular Twin

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Lilly

Lilly

Adipositassprechstunde systematisch umsetzen

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

Lesetipps
Hände hallten Tablette in linker Hand und Glas Wasser in rechter Hand

© IQ-Photography / Generated with AI / Stock.adobe.com

Medikamentöse Adipositastherapie

Faktenckeck orales Semaglutid: Was es kann und wo der Haken ist