Neuro-psychiatrische Krankheiten

Ginkgo stärkt Gedächtnis auch bei Gesunden

Ein Ginkgo-Extrakt hilft dem Gedächtnis auch bei Menschen ohne kognitive Defizite auf die Sprünge. Gelesene Informationen lassen sich damit besser wiedergeben.

Veröffentlicht: 07.11.2008, 05:00 Uhr
Ginkgo stärkt Gedächtnis auch bei Gesunden

Ob fortgeschrittenes oder mittleres Alter: Ginkgo stärkt das Gedächtnis, zeigen neue Daten.

© Foto: Günter Menzelwww.fotolia.de

Gesunde Menschen im mittleren Lebensalter können durch eine Therapie mit einem Extrakt aus Ginkgo biloba bestimmte Gedächtnisfunktionen bessern: Sie können sich etwa deutlicher an Termine erinnern, hat eine Studie mit 177 Teilnehmern ergeben.

Die Teilnehmer der Studie waren alle zwischen 45 und 60 Jahre alt und erhielten sechs Wochen lang eine Therapie mit dem Ginkgo-Extrakt EGb 761® (Tebonin®) oder mit Placebo. Geprüft wurde dabei, wie gut sie Listen mit acht Terminen wiedergeben konnten. Die Teilnehmer hatten zwei Minuten Zeit, sich die Termine zu merken, etwa "Samstag, 18 Uhr, Treffen mit Frau Müller". Die Termine wurden anschließend sofort abgefragt sowie 45 Minuten später. Der Test wurde zu Beginn der Studie gemacht und nach sechs Wochen wiederholt.

Das Ergebnis: Nach sechs Wochen Behandlung mit dem Ginkgo-Präparat konnten sich die Teilnehmer an 13 Prozent mehr Termin-Angaben unmittelbar nach dem Lesen erinnern als zu Beginn der Studie. Mit Placebo lag die Verbesserung nur bei 5,5 Prozent, hat Privatdozent Rainer Kaschel von der Universität Osnabrück bei einem Kongress in Exeter in Großbritannien berichtet. Noch deutlicher war der Unterschied nach 45 Minuten. Hier konnten sich die Teilnehmer mit Ginkgo-Therapie an 17,5 Prozent mehr Termin-Angaben erinnern als zu Beginn der Studie. Mit Placebo lag die Verbesserung nur bei 2,2 Prozent. In beiden Fällen - bei der unmittelbaren und der verzögerten Wiedergabe der Terminliste - waren die Unterschiede zwischen Verum und Placebo signifikant.

Nun überprüfte das Team um Kaschel auch, ob sich die Teilnehmer nicht nur an die Termine erinnern konnten, sondern wie viele Fehler sie bei den Angaben machten, also ob etwa die Uhrzeit bei einem bestimmten Termin stimmte, oder ob sie Informationen hinzufügten, die nicht auf der Liste standen. Nach sechs Wochen Ginkgo-Therapie konnten die Teilnehmer 33 Prozent mehr Termin-Angaben unmittelbar nach dem Lesen exakt wiedergeben, mit Placebo waren es knapp 12 Prozent.

Noch ausgeprägter war auch hier der Unterschied nach 45 Minuten Verzögerung: Mit Ginkgo lag die Verbesserung bei knapp 26 Prozent, mit Placebo verschlechterten sich die Teilnehmer um vier Prozent.

Bei einem anderen Test zu non-verbalem Lernen, bei dem sich die Teilnehmer in einer Fahrsimulation die richtigen Abbiegungen merken mussten, hatte die Ginkgo-Therapie allerdings keinen signifikanten Einfluss auf das Lernvermögen.

(eb)

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