Gleich Betablocker und dann ACE-Hemmer?

MÜNCHEN (grue). Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz profitieren von einem ACE-Hemmer und von einem Betablocker. Aber mit welcher Substanz soll die Therapie beginnen? Das soll die CIBIS III-Studie klären.

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CIBIS III ist das Akronym für Third Cardiac Insufficiency Bisoprolol Study. Sie soll Antworten auf eine vieldiskutierte Frage liefern: Ist es sinnvoll, bei chronischer Herzinsuffizienz zunächst mit einem Betablocker zu behandeln, und erst später den ACE-Hemmer zu verordnen? Meist wird derzeit umgekehrt verfahren, was historische Gründe hat. "Die Studienlage rechtfertigt ein solches Vorgehen nicht", sagte Professor Ronnie Willenheimer aus Malmö in Schweden beim ESC in München bei einem vom Unternehmen Merck KGaA unterstützten Symposium.

Es spreche sogar einiges dafür, die Reihenfolge des Therapiebeginns zu ändern. Denn Patienten mit neu aufgetretener Herzinsuffizienz haben in den ersten Wochen ein hohes Risiko für plötzlichen Herztod. Und davor schützt ein Betablocker besser als ein ACE-Hemmer, so Willenheimer. Außerdem werde zunächst der Sympathikus aktiviert und erst dann das Renin-Angiotensin-System - auch das erfordere eine frühe Betablocker-Therapie. Womöglich verhindert der Betablocker auch Nierenfunktionsstörungen, wie sie ältere Patienten während einer ACE-Hemmer-Therapie entwickeln können. "Mit dem Betablocker vorweg wirkt der ACE-Hemmer erst richtig, weil dann kaum noch gefäßaktives Angiotensin II gebildet wird", so ein weiteres Argument des Kardiologen.

In CIBIS III wird nun bei über 1000 Patienten mit stabiler Herzinsuffizienz geprüft, ob die Initialtherapie mit dem Betablocker Bisoprolol (Concor® COR; Zieldosis 10 mg/Tag) ebenso wirksam ist wie der Start mit dem ACE-Hemmer Enalapril (Zieldosis 20 mg/Tag). Nach sechs Monaten wird mit dem jeweils anderen Medikament kombiniert.

Primärer Endpunkt der Studie sind Sterblichkeitsrate und Klinikaufenthalte nach sechs und 24 Monaten. Die Ergebnisse sollen nächstes Jahr vorliegen, so Willenheimer. Er warte mit Interesse auch auf das Abschneiden der Studiensubgruppen: Patienten, die eine Zweittherapie nicht vertragen, erhalten weiter die Monotherapie. Daraus ergebe sich ein direkter Vergleich von ACE-Hemmer und Betablocker als Startmedikamente für die Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz.

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