"Glukosetoleranztests für alle Schwangeren!"

BERLIN (gvg). Im Leistungskatalog der GKV ist er (noch) nicht. Trotzdem sollte ein 75-Gramm-Belastungstest mit Glukose bei Schwangeren Standard sein. Denn: Je höher die Werte, desto höher das Risiko für das Kind.

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Bei Schwangeren gibt‘s keinen Zucker-Schwellenwert.

Bei Schwangeren gibt‘s keinen Zucker-Schwellenwert.

© Foto: AOK Mediendienst

Diese Empfehlung untermauerte Professor Stephan Martin beim Praxis-Update in Berlin mit der aktuellen HAPO*-Studie. Orale Glukosetoleranztests (oGTT) bei über 23 000 Schwangeren aus neun Ländern belegen: Es gibt keinen Schwellenwert, wie der Diabetologe aus Düsseldorf berichtete. Je höher die Blutzuckerwerte der Mutter sind, umso höher ist das Risiko der Kinder für ein erhöhtes Geburtsgewicht. Das wieder geht mit Hypoglykämien und Entwicklungsstörungen einher.

Martin riet deshalb zu einem oGTT mit 75 Gramm Glukose bei allen Schwangeren zwischen der 24. und der 32. Schwangerschaftswoche. Ein Uringlukosetest reiche nicht aus. Gemessen wird beim Schwangeren-oGTT der Nüchternwert sowie der Ein- und Zweistundenwert nach Glukosebelastung. Die Grenzwerte liegen bei 95, 180 und 155 mg/dl.

Würden zwei oder mehr Grenzwerte erreicht oder überschritten, sei eine Therapie indiziert. Sie erfolgt nach Blutzuckertagesprofil mit Zielwerten unter 90 mg/dl nüchtern und unter 120 mg/dl zwei Stunden postprandial. Schon bald könnte der Schwangeren-oGTT Kassenleistung werden. Ein Vorbericht des IQWiG zum Screening auf Gestationsdiabetes fand kürzlich Hinweise auf einen Nutzen. Bis dahin sei der Test eine empfehlenswerte IGeL-Leistung.

*HAPO: Hyperglycemia and Adverse Pregnancy Outcome)

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