Thrombose/Embolie

Großstudie zu Thromboseprophylaxe mit Certoparin gestartet

BERLIN (gvg). In einer großen Studie sollen jetzt Wirksamkeit und Sicherheit einer Thrombose-Prophylaxe mit Certoparin mit der von unfraktioniertem Heparin verglichen werden. Die Studienteilnehmer sind internistische Patienten mit erhöhtem Thromboserisiko.

Veröffentlicht: 13.04.2007, 08:00 Uhr

An der CERTIFY-Studie mit insgesamt 3200 Patienten nehmen Patienten von etwa 130 Kliniken teil. Darunter sind 100 Kliniken in Deutschland. CERTIFY steht für "Certoparin zur Thromboseprophylaxe bei internistischen Patienten". Diese Studie sei die erste randomisiert-kontrollierte Studie, in der ein niedermolekulares Heparin mit unfraktioniertem Heparin (UFH) bei internistischen Risikopatienten verglichen werde, sagte Professor Hanno Riess von der Charité, Campus Virchow-Klinikum in Berlin.

Die als Nichtunterlegenheitsstudie konzipierte Untersuchung steht in der Tradition mehrerer Studien, in denen die Wirksamkeit verschiedener niedermolekularer Heparine in der Inneren Medizin mit der einer Behandlung mit einem Scheinpräparat verglichen wurde.

Eine direkte Vergleichsstudie zwischen dem niedermolekularen Heparin Certoparin (Mono-Embolex®) und UFH gibt es bereits speziell bei Schlaganfallpatienten. Hier konnte die statistische Gleichwertigkeit der subkutanen und der intravenösen Behandlung belegt werden. "Der Vergleich zwischen Certoparin und unfraktioniertem Heparin bei internistischen Patienten ist der logische nächste Schritt in dieser Folge", sagte Riess auf einer von dem Unternehmen Novartis unterstützten Veranstaltung.



STICHWORT

CERTIFY-Studie

Patienten für die CERTIFY-Studie zur Thrombose-Prophylaxe werden seit Januar 2007 aufgenommen. Sie müssen mindestens 70 Jahre alt sein und eine akute Erkrankung haben, die zur Bettlägrigkeit zwingt. Sie erhalten für 8 bis 20 Tage entweder 3000 Anti-Xa-Einheiten Certoparin pro Tag oder dreimal täglich 5000 Einheiten unfraktioniertes Heparin (UFH). Primärer Endpunkt ist die Gesamtinzidenz venöser Thrombosen oder Lungenembolien sowie damit in Zusammenhang stehender Todesfälle. Um auch okkulte Thrombosen zu finden, wird vor Entlassung der Patienten aus der Klinik eine Kompressionssonografie gemacht. Nach 90 Tagen gibt es zudem ein telefonisches Follow-up. Erste Ergebnisse der CERTIFY-Studie werden für das Jahr 2009 erwartet. (gvg)

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