Problemkeim

Grüner Tee verstärkt Effekt von Antibiose

Ein Tee-Antioxidans verbesserte die Antibiotika-Wirksamkeit gegen einen resistenten Keim.

Veröffentlicht:

KÖLN. Grüner Tee kann offenbar im Kampf gegen antibiotika-resistente Bakterien helfen, berichtet ein deutsch-britisches Team um Dr. Jonathan Betts von der University of Surrey (J Med Microbiol. 2019, online 16. August). Die Wissenschaftler haben in dem Tee das Antioxidans Epigallocatechin (EGCG) entdeckt, das die Wirksamkeit des Antibiotikums Aztreonam gegen den multiresistenten Problemkeim P. aeruginosa verbesserte, teilt das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) mit.

„Wir konnten zeigen, dass Aztreonam die Bakterienvermehrung stärker hemmte, wenn EGCG mit im Kulturmedium enthalten war“, wird DZIF-Forscher Professor Harald Seifert von der Uniklinik Köln und Mitautor der Studie in der DZIF-Mitteilung zitiert. Die Substanz aus dem Tee konnte die Empfindlichkeit der Bakterien für das Antibiotikum wiederherstellen. Dieser synergistische Effekt wurde auch in vivo bestätigt, indem Wachsmottenlarven mit dem Antibiotikum – mal mit und mal ohne das EGCG – behandelt wurden.

Sowohl in Versuchen mit Hautzellen als auch in den Larven hatte EGCG nur eine geringe toxische Wirkung. Dies kann für einen möglichen klinischen Einsatz in der Zukunft entscheidend sein. Der Wirkmechanismus ist noch nicht abschließend geklärt. „Natürliche Produkte wie EGCG, die mit bereits lizenzierten Antibiotika kombiniert werden, könnten ein wichtiges Mittel sein, um die Lebensdauer eines Antibiotikums zu verlängern“, so Erstautor Betts in der Mitteilung. Eine Weiterentwicklung der Substanz bis hin zu klinischen Studien ist geplant. (eb)

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Kommentare
Dr. Thomas Zoller 27.09.201908:26 Uhr

"Antibiose"

Bitte verwenden Sie keine medizinische Umgangssprache und "Slang" in Artikeln mit journalistischem Anspruch. Der Begriff "Antibose" ist auf Klinikfluren und Hausarztpraxen mittlerweile gängig, fachlich jedoch falsch und irreführend.
Artikel in einer Tageszeitung werden auch nicht in Umgangssprache geschrieben, sondern unter dem Anspruch einer korrekten Sprachverwendung.
Zur "Antibiose" siehe auch den entsprechenden Artikel auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Antibiose

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