Menopause

Gute Argumente für und wider die Hormontherapie

Die Hormontherapie in Peri- und Postmenopause hat weiter ihren Stellenwert, vor allem bei klimakterischen Beschwerden.

Veröffentlicht: 13.01.2011, 05:00 Uhr

REGENSBURG (ikr). Klimakterische Beschwerden wie Hitzewallungen und vaginale Trockenheit sind nach wie vor die Hauptindikation für eine Hormontherapie. "Diese ist eindeutig besser wirksam als Alternativen oder Placebos", resümieren Experten um den Gynäkologen Professor Olaf Ortmann von der Universitätsklinik Regensburg (Der Gynäkologe 2010; 10: 839). Die systemische sowie auch die lokale Behandlung mit Östrogenen verringert oder verhindert gar die vaginale Atrophie. Mit einer vaginalen Östrogen-Therapie lasse sich außerdem die Rate der rezidivierenden Harnwegsinfektionen deutlich reduzieren, so die Experten.

Auch am Knochen wirken sich Hormone günstig aus. "Es konnte eindeutig gezeigt werden, dass eine längerfristige Hormontherapie die Frakturrate und die Häufigkeit osteoporoseassoziierter Brüche signifikant senkt", schreiben die Gynäkologen. Dieser Effekt werde bereits mit niedrigen Östrogendosen (0,3 mg konjugierte Östrogene; 0,5 mg oral oder 14 &μg transdermal appliziertes 17β-Östradiol) erzielt. Zur Primärprävention der Osteoporose gibt es jedoch viele andere Arzneimittel, die heute nach der S3-Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) primär empfohlen werden. Hormone kommen vor allem für Frauen mit Unverträglichkeit oder Kontraindikationen gegenüber den Mitteln der ersten Wahl in Frage, empfehlen die Experten.

Zur Primär- oder Sekundärprävention der KHK ist eine Hormontherapie derzeit nicht indiziert. In Studien wurden keine risikomindernden, jedoch risikoerhöhende Effekte gefunden, stellen die Experten fest. Derzeit wird jedoch diskutiert, ob ein früher Behandlungsbeginn das Risiko für Herzinfarkte reduzieren kann. Besonders bei älteren Frauen und solchen mit kardiovaskulären Risiken sei die Indikation zur Hormontherapie aufgrund der Daten zurückhaltender zu stellen, raten die Gynäkologen.

Das Brustkrebrisiko ist unter einer kombinierten Östrogen-Gestagentherapie bei längerfristiger Anwendung von etwa fünf Jahren erhöht, und zwar um 26 Prozent. Mit Hormonen werden 38 Mammakarzinome pro 10.000 Frauen pro Jahr diagnostiziert, mit Placebo 30. Bei Östrogenmonotherapie ist das Brustkrebsrisiko geringer. In der WHI-Studie wurde damit nach 7-jähriger Anwendung kein erhöhtes Risiko gefunden.

Die zunächst in Beobachtungsstudien ermittelte Reduktion des Demenzrisikos mit Hormontherapie konnte in randomisierten Studien nicht bestätigt werden, schreiben die Gynäkologen. Bei älteren Frauen erhöht eine kombinierte Hormontherapie sogar das Demenzrisko.

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