Bluthochdruck

Gute Compliance bei Therapie mit Sartanen

MÜNCHEN (wst). Für eine langfristig erfolgreiche Hochdruckbehandlung reicht es nicht, durch irgendeine Mono- oder Kombinationstherapie mit möglichst niedrigem Preis den Blutdruck auf die Zielwerte zu senken. Besonders bei Patienten mit speziellen Risiken gilt es, den Zusatznutzen von Kombinationstherapien zu berücksichtigen.

Veröffentlicht: 13.04.2007, 08:00 Uhr

Auch das für die Compliance relevante Profil unerwünschter Wirkungen der verfügbaren Antihypertensiva dürfe nicht vernachlässigt werden, sagt Professor Gerd Bönner aus Bad Krozingen. Selbst eine in Studien geprüfte hocheffektive Hochdrucktherapie helfe wenig, wenn der Patient sie aufgrund von nicht tolerierten unerwünschten Wirkungen abbricht.

Hinsichtlich der Verträglichkeit sprächen sowohl Studien als auch klinische Erfahrungen am meisten für eine Therapie mit AT1-Rezeptorenblockern, so Bönner bei einem von MSD ausgerichteten interaktiven Herz-Kreislauf-Forum in München.

Die praktische Relevanz dieses Vorteils belegen Untersuchungen, wonach AT1-Rezeptorenblocker wie Losartan (vom Unternehmen als Lorzaar® Protect angeboten) von allen Antihypertensiva die beste Langzeitcompliance haben. So nahmen in einer Analyse mit über 21 000 Hypertonikern nach einem Jahr noch 68 Prozent der primär damit behandelten Patienten ihren AT1-Rezeptorantagonisten regelrecht ein. Einem primär verordneten ACE-Hemmer hielten 61 Prozent die Treue, einem Kalziumantagonisten 54 Prozent, einem Betablocker 46 Prozent, einem Diuretikum aber nur 21 Prozent (Clin Ther 23, 2001, 1999).

Zudem habe ein erheblicher Teil der Hypertoniker bereits einen manifesten Diabetes oder sei auf dem Weg dorthin, so Bönner. Diuretika und Betablocker erhöhen das Risiko für die Entwicklung eines Diabetes. Für ACE-Hemmer und AT1-Rezeptorenblocker ist dagegen ein antidiabetogenes Potenzial belegt worden. So war etwa in der über vier Jahre laufenden LIFE-Studie die Rate der an Typ-2-Diabetes Neuerkrankten mit 241 bei einer Losartan-Therapie im Vergleich zu 319 bei einer Atenolol-Therapie um 25 Prozent reduziert.

Die LIFE-Studie habe noch ein weiteres Argument zugunsten der AT1-Rezeptorenblocker geliefert: In einer Zusatzauswertung war auch das Risiko für neu auftretendes Vorhofflimmern mit Losartan um 33 Prozent geringer als mit dem Betablocker (221 versus 150 Betroffene), so Bönner.

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