Direkt zum Inhaltsbereich

KOMMENTAR

HIV-Infektion ist viel komplexer als gedacht

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:

Wer bis jetzt noch gedacht hatte, daß es bei unbehandelten HIV-Infizierten einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Zahl der HI-Viren und der Menge der CD4-positiven T-Zellen im Blut gibt - viele Viren, wenig Zellen und die Progression zu Aids - muß sich aufgrund einer aktuellen US-Studie eines Besseren belehren lassen. Denn das ist nur bei wenigen HIV-Infizierten zu Beginn der Infektion tatsächlich so.

Letztlich bestätigen die Ergebnisse der statistischen Analyse die Praxis der Therapieentscheidung im klinischen Alltag. Hier stützt sich der Entschluß zum Beginn der Therapie auf nicht nur zwei, sondern drei Parameter: auf die Zahl der CD4-Zellen und die Menge des Aids-Erregers im Blut sowie auf die Klinik. Der wichtigste Parameter bleibt weiterhin die CD4-Zellzahl.

Den Deutsch-Österreichischen Leitlinien zufolge sollte die Therapie asymptomatischer Infizierter bei einer Zellzahl zwischen 200 und 350 pro Mikroliter Blut und einem Anteil der Zellen von weniger als 15 Prozent an der Gesamtlymphozytenzahl begonnen werden.

Zudem kommt es aber wesentlich auf den Verlauf der CD4-Zellzahl an. Erfahrung der HIV-Therapeuten zufolge ist ein Abfall von mehr als 80 bis 100 CD4-Zellen pro Mikroliter Blut im Jahr ein Alarmzeichen. Bei diesen Patienten sollte nicht zu lange mit dem Behandlungsbeginn gewartet werden. Dann ist es egal, ob viele oder wenige Viren im Blut die Ursache sind - oder etwa immunpathologische Effekte.

Lesen Sie dazu auch: HIV-Menge als Indikator reicht nicht

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Früherkennung von Bluthochdruck

Hypertonie: Wenn die Smartwatch in falsche Sicherheit wiegt

Lesetipps
Eine ältere Person hält drei Blisterstreifen mit Tabletten zwischen beiden Händen.

© wernerimages / stock.adobe.com

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?

Ein Hautarzt untersucht die Haut mit einem Dermatoskop auf Melanom.

© Iryna&Maya / stock.adobe.com

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen