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HIV - Surrogatmarker adé?

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:

Noch gilt ein frühzeitiger Beginn der HIV-Therapie den bis Ende 2014 gültigen deutsch-österreichischen Leitlinien zufolge als "Kann-Bestimmung": Sie ist vertretbar, wenn die Viren bei Asymptomatischen die T-Zellen noch nicht unter 500 pro Mikroliter Blut dezimiert haben, aber zusätzliche Risiken, etwa andere Infektionen, die Patienten gefährden.

Doch es deutet sich immer mehr ein deutlicher Wandel an. So gehen die Empfehlungen in den USA von 2012 bereits schon weiter: Jedem HIV-Infizierten sollte unabhängig von der Zahl der CD4-positiven T-Zellen eine antiretrovirale Therapie angeboten werden, um frühzeitig die Virusvermehrung zu stoppen. Erstmals orientieren sich die Empfehlungen bei Erwachsenen also dort nicht mehr an dem Surrogatmarker.

So geht nicht mehr wertvolle Zeit verloren, auch wenn auch solche HIV-Infizierten behandelt werden, die zwar HIV in sich tragen, aber deren Immunsystem das Virus erfolgreich in Schach halten. Denn es ist davon auszugehen, dass jede HIV-Infektion organschädigend ist.

Die frühzeitige Therapie hat zudem einen weiteren positiven Effekt: Sie führt dazu, dass ein Großteil der Infizierten nicht infektiös ist. Zwei überzeugende Gründe, über die Anpassung der deutschen Leitlinien 2014 nachzudenken.

Lesen Sie dazu auch: HIV: Frühe Therapie stärkt Immunsystem besser

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