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Pilotprojekt in Hessen

HPV-Impftage an Schulen

Wie bringt man mehr Mädchen dazu, gegen HPV geimpft zu werden – vielleicht mir Schulimpfungen? So konnte man in einer Pilotstudie die Rate der Impfwilligen massiv ankurbeln.

Veröffentlicht:

BERLIN. In Deutschland erkranken jährlich fast 5000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, rund 1600 sterben daran. Zudem müssen mehr als 90.000 Frauen operiert werden, um Krebsvorstufen zu entfernen. Diese Zahlen könnten künftig erheblich niedriger sein, wenn die HPV-Impfung besser genutzt würde, ist jetzt beim Deutschen STI-Kongress in Berlin betont worden.

Bisher haben nur vier von zehn Mädchen in Deutschland den kompletten Schutz; in Hessen sind die Impfraten mit 22 Prozent besonders niedrig.

Impfwille in Testprojekt deutlich erhöht

Mit einem Modellprojekt an Schulen sollen die Impfquoten gesteigert werden, heißt es im Kongress-Abstract AV 21 zum Projekt. Eine Pilotphase wurde zu Beginn des Schuljahres 2015/2016 an sechs Grundschulen im Kreis Bergstraße in Südhessen gestartet. Zielgruppe sind Schülerinnen der 4. Klassen.

Bei Elternabenden informieren niedergelassene Kinder-, Jugend-, Haus- oder Frauenärzte über die Impfung und beantworten Fragen zur Wirksamkeit und möglichen Nebenwirkungen

Eltern können sich zudem an eine Auskunftsstelle im Gesundheitsamt vor Ort wenden. Nach der Aufklärung können die Eltern ihre Töchter bei einem Schulimpftag von Ärzten des Projekts impfen lassen.

Ergebnis: 94 Prozent der Eltern fühlten sich durch die Elternabende für eine Entscheidung über die HPV-Impfung ausreichend informiert. 65 Prozent wollten danach ihre Töchter gegen HPV impfen lassen und 27 Prozent den Schulimpftag dazu nutzen.

Partner des Modellprojekts ist das Deutsche Krebsforschungs-zentrum in Heidelberg. Das Projekt wird jetzt zusammen mit Eltern, Schulpersonal und beteiligten Ärzten ausgewertet. Die Erkenntnisse sollen in Informationsmaterialien unter anderen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) einfließen.

Bei Erfolg soll das Projekt in ganz Hessen und im Ballungsraum Rhein-Neckar umgesetzt werden. Ziel ist es, die niedrigen Impfraten langfristig zu verdoppeln. (eb/eis)

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