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Geschlechtskrankheiten

HPV auch bei Männern weit verbreitet

Das humane Papilloma- Virus wird bei männlichen Risikopatienten häufiger nachgewiesen als in der Allgemeinbevölkerung. Die Prävalenz des Virus ist einer dänischen Studie zufolge bei Männern allgemein hoch. Zudem tritt häufig der Hochrisiko-Typ HPV 16 auf.

Veröffentlicht:
Humane Papillomaviren (elektronenmikroskopische Aufnahme).

Humane Papillomaviren (elektronenmikroskopische Aufnahme).

© Prof. Thomas Iftner

KOPENHAGEN. Das humane Papilloma-Virus (HPV) ist Auslöser der weltweit am häufigsten sexuell übertragenen Infektion.

Ziele eines systematischen Reviews und einer Metaanalyse von Julie Hebnes und Kollegen von der Universität Kopenhagen waren, die Prävalenz genitaler HPV-Träger bei europäischen Männern zu ermitteln und mögliche Einflussfaktoren der Infektion zu untersuchen (J Sex Med 2014, online 3. August).

Aus neun Studien, in nord-, süd- und westeuropäischen Ländern mit 1863 Männern aus der Allgemeinbevölkerung, errechneten die dänischen Autoren eine Gesamt-HPV-Prävalenz von 12,4 Prozent. Allerdings zeigten sich große Unterschiede zwischen den einzelnen Studien, die Raten reichten von 0 Prozent bis 33,8 Prozent.

Auffallend war eine signifikant höhere HPV-Prävalenz nach dem Jahr 2000 gegenüber dem Untersuchungszeitraum zwischen 1987 und 1999 (28,5 Prozent versus 8,8 Prozent).

Da allerdings vor 2000 der HPV-DNA-Nachweis noch nicht generell mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) erfolgt war, so die Autoren, könnte auch die empfindlichere Detektionsmethode dazu beigetragen haben, dass in jüngerer Zeit mehr HPV-Träger identifiziert wurden.

Keine Einflussfaktoren gefunden

In den Studien, in denen mehr als ein HPV-Typ untersucht wurde, war HPV 16 - der Virustyp, der im Zusammenhang mit Penis- und Analkarzinomen steht - am weitesten verbreitet (0,6 Prozent bis 3,9 Prozent).

In einer Hochrisikopopulation (6428 Männer aus 22 Studien, zum Beispiel mit HPV-positiven Sexualpartnerinnen oder Frauen mit Zervixkarzinom beziehungsweise dessen Frühstadien, HIV-positive Männer, Patienten einer Klinik für sexuell übertragbare Krankheiten etc.) lag die Durchseuchung mit HPV bei 30,9 Prozent.

Aber auch hier gab es große Prävalenzunterschiede, die Raten variierten zwischen 4,9 Prozent und 72,9 Prozent. Insgesamt wurden in den Hochrisikogruppen am häufigsten HPV 6 (1,7 bis 14,7 Prozent), HPV 16 (2,9 bis 34,8 Prozent) und HPV 18 (0,4 bis 25,4 Prozent) nachgewiesen.

In der adjustierten Meta-Regressionsanalyse konnte keine der Variablen (geografische Lage, anatomischer Ort der Probenentnahme, HPV-Nachweismethode) als signifikanter Einflussfaktor für die Heterogenität der Prävalenzen dingfest gemacht werden.

Die Autoren vermuten deshalb, dass andere Faktoren wie Alter, Zahl der Sexualpartner, HIV-Infektion, Beschneidung oder auch Lebensstil sowie Rauch- und Trinkgewohnheiten Einfluss auf die HPV-Prävalenz haben könnten.

Insgesamt ist zu beachten, dass keine osteuropäischen Studien berücksichtigt wurden. Diese hätten möglicherweise regionale Unterschiede deutlicher zu Buche schlagen lassen, da in einer früheren Metaanalyse in den Zervixabstrichen osteuropäischer Frauen häufiger HPV nachgewiesen wurde als in anderen europäischen Ländern.

Impfung für Mädchen und Jungen?

Für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland die HPV-Impfung. Diese wird in gewisser Weise auch männliche Jugendliche schützen.

Würden allerdings auch Jungen geimpft, könnte die Herdenimmunität erweitert werden, und das Risiko HPV-bedingter Erkrankungen für Mädchen und Jungen könnte weiter sinken. Auch homosexuelle Männer würden möglicherweise von einer Impfung profitieren.

Bei Jungen und jungen Männern wurde nach Immunisierung mit dem quadrivalenten Impfstoff eine Wirksamkeit gegen Genitalwarzen und Vorstufen des Analkarzinoms festgestellt.

Inwieweit durch ihre Impfung aber die Infektionskette unterbrochen und auch Mädchen damit geschützt werden können, kann nach Angaben der Ständige Impfkommission nach den bisher vorliegenden Erkenntissen nicht beurteilt werden. (St)

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Kommentare
Dr. Wolfgang P. Bayerl 15.08.201411:02 Uhr

Nach den Grundregeln der Infektionsepidemiologie überfällig

da wir aber in einer männerfeindlichen Gesellschaft leben (Beschneidung),
wird man sich noch lange zieren,
.... und damit auch ("aktive") Frauen belasten.:-)

Dr. Wolfgang P. Bayerl 15.08.201407:51 Uhr

Nach den Grundregeln der Infektionsepidemiologie überfällig

da wir aber in einer männerfeindlichen Gesellschaft leben (Beschneidung),
wird man sich noch lange zieren,
.... und damit auch ("aktive") Frauen belasten.:-)

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