Diabetes Typ 2

Hautprobleme bei Diabetes als Warnzeichen

30 bis 70 Prozent aller Diabetespatienten haben dermatologische Symptome, bei denen der behandelnde Arzt hellhörig werden sollte.

Veröffentlicht: 29.11.2019, 17:33 Uhr

Berlin. Hautveränderungen können bei Diabetespatienten auf eine mangelhafte Therapie, einen lebensbedrohlichen Notfall oder einen unentdeckten Diabetes Typ 2 hinweisen, erinnert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) in einer Mitteilung. Bei anhaltendem Pruritus und Mykosen sollte in jedem Fall ein Dermatologe aufgesucht werden. Häufigste Hautprobleme bei Diabetikern sind:

  • Diabetische Dermopathie: Die häufigsten diabetesassoziierten Hauptsymptome sind bräunliche, rundliche und narbenähnliche Flecken, meist über dem Schienbein. Sie treten bei bis zu 70 Prozent aller Diabetespatienten auf und können auf einen bisher unerkannten Diabetes hindeuten.
  • Mykosen: Ein weiteres Warnzeichen sind ausgeprägte, hartnäckige Pilzinfektionen an Füßen, in Leisten oder Achselhöhlen, unter der Brust, in der Scheide oder im Analbereich. Chronische Pilzinfektionen mit ihrem quälenden Juckreiz gelten als Marker-Erkrankung für Diabetes, so die Gesellschaft. Candida albicans ist der häufigste Erreger. Auch hier gilt: Unbedingt nüchtern den Blutzucker messen lassen. Sobald der Wert sich normalisiert hat, hat eine Therapie mit Cremes und Zäpfchen gute Erfolgsaussichten.
  • Infektionen durch Nagelschäden: Besonders gefährlich für Diabetiker ist die Onychomykose: Die Nagelschäden dienen Bakterien als Eintrittspforte, was ein diabetisches Fußsyndrom befördern kann. „Die Sanierung von Nagelpilz bei Diabetespatienten ist deshalb keine kosmetische Frage, sondern eine medizinische Notwendigkeit und gehört in die Hände von Fachkräften“, betont DDG-Expertin Dr. Cornelia Woitek, die eine diabetologische Schwerpunktpraxis in Wurzen bei Leipzig leitet. Ärzte können die professionelle Fußpflege beim Podologen auf Rezept verordnen. Bakterien, die über kleine Fußwunden in den Körper eintreten, können ein Erysipel auslösen. „Ein Erysipel macht sich an der Haut als flammende Rötung bemerkbar, die sich rasch ausbreitet, bevorzugt an den Unterschenkeln oder im Gesicht“, erinnert Professor Baptist Gallwitz vom Universitätsklinikum Tübingen und Mediensprecher der DDG. Die Betroffenen entwickeln meist hohes Fieber und Schüttelfrost; es droht die Gefahr einer Sepsis. Denn mitunter handelt es sich bei den Erregern nicht nur um Streptokokken, sondern auch um Staphylokokken, die resistent sein können. „Ob Blasen, Druckstellen oder Hühneraugen – Diabetespatienten müssen auf jede Hautveränderung am Fuß achten“, resümiert Gallwitz.
  • Unstillbarer Juckreiz, der auf keine Therapie anspricht, kann bei Diabetes ein Hinweis auf eine Nierenfunktionsstörung sein. Die Haut ist trocken und weist zudem feine Einrisse, eine leichte Schuppung und Rötung auf. (eb)
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