Angina

Herzfrequenz mit Kombi-Strategie senken

KHK-Patienten, die unter Betablockern weiterhin symptomatisch sind, profitieren von einer Kombination ihrer Therapie mit Ivabradin.

Von Michael Lohmann Veröffentlicht:

MANNHEIM. Bei mit Betablocker unzureichend eingestellten Patienten mit symptomatischer KHK und hoher Herzfrequenz ist mit dem If-Kanal-Hemmer Ivabradin die Besserung von Angina-Beschwerden, Belastbarkeit und Lebensqualität erreichbar.

Bei Patienten mit unter einem Betablocker symptomatischer KHK und einer Herzfrequenz ≥70/min wird gemäß ESC-Leitlinie die Kombination mit Ivabradin (Procoralan®) empfohlen, um über eine Frequenzeinstellung auf Werte zwischen <70 und ≥60/min eine optimierte Linderung der Angina-Symptomatik sowie Steigerung der Belastbarkeit und Lebensqualität zu gewährleisten, erläuterte Professor Carsten Tschöpe von der Charité Berlin bei einer von Servier Deutschland unterstützten Veranstaltung beim Internistenkongress in Mannheim.

Nach seinen Worten fußt dieser Ratschlag auf Daten der ASSOCIATE-Studie, in der die Kombination des Betablockers mit Ivabradin gegenüber der vorherigen Betablocker-Monotherapie Angina-Beschwerden und Belastbarkeit signifikant besserte.

Dr. Norbert Smetak, niedergelassener Kardiologe aus Kirchheim/Teck, erachtet die Hochdosierung von Betablockern nicht als ideale Strategie: So punktete die Kombination von Betablockern mit Ivabradin im Vergleich zur Verdopplung der Betablocker-Dosis in einer Studie mit einer signifikant besseren symptomatischen Wirksamkeit.

Die Überlegenheit dieser Kombi-Strategie bei symptomatischen KHK-Patienten unterstreicht die ADDITIONS-Studie mit 2319 bereits auf Betablocker eingestellten Teilnehmern. Unabhängig davon, ob die Patienten zuvor einer PCI unterzogen wurden (51,4 Prozent) oder nicht, führte die Zugabe von Ivabradin nach vier Monaten zu einer signifikanten Reduktion der Herzfrequenz auf je zirka 65/min, Abnahme der Angina-Anfälle/Woche von 1,9 auf 0,5 mit PCI und von 1,5 auf 0,3 ohne PCI und des Verbrauchs kurz wirksamer Nitrate von 2,7 auf 1,0 beziehungsweise 1,8 auf 0,6 Hübe/Woche (alle p<0,0001).

Auch hinsichtlich der Verbesserung der CCS-Klassifizierung und Lebensqualität profitierten symptomatische KHK-Patienten mit oder ohne frühere PCI gleichermaßen von der Kombination mit Ivabradin.

Mehr zum Thema

Registerstudie

Neue Zweifel an PCI bei stabiler KHK ohne Symptome

Risiko bei KHK-Patienten

Vor Angst gestorben: Mehr als ein Mythos?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Corona-Impfung in einer kommunal organisierten Impfstelle im thüringischen Jena. Die Ärztekammer in Thüringen dringt auf eine generelle Impfpflicht, auch die BÄK hält dies angesichts der aktuellen Lage für geboten.

© Martin Schutt / dpa

BÄK-Brief an Merkel und Scholz

Ärzte drängen auf allgemeine Corona-Impfpflicht

Auch in Deutschland sollen bald Corona-Impfungen der 5- bis 11-Jährigen möglich sein.

© SvenSimon / Frank Hoermann / picture alliance

Corona-Impfungen bei Unter-12-Jährigen

BVKJ-Chef Fischbach: „Kinder sollen jetzt den Blutzoll zahlen“

Mittlerweile bekannt: Die rote Schleife steht für Solidarität mit HIV-Patienten und soll Aufmerksamkeit für die Infektion schaffen.

© Betelgejze / stock.adobe.com

HIV/Aids

„Trauen wir uns ruhig, über Sex zu reden!“