Herzschwäche

Herzinsuffizienz und Atmungsstörung? Da kann adaptive Servoventilation nötig sein

Bei Herzinsuffizienz- Patienten mit Cheyne-Stokes-Atmung ist ein Versuch mit der kontinuierlichen positiven Überdruckbeatmung (CPAP) sinnvoll. Oft wird aber dann adaptive Servoventilation nötig.

Von Helga Brettschneider Veröffentlicht: 28.01.2009, 05:00 Uhr
Herzinsuffizienz und Atmungsstörung? Da kann adaptive Servoventilation nötig sein

Bei der CPAP-Therapie wird im Schlaf Atemluft mit einem leichten Überdruck zugeführt.

© Foto: Paul Gloverwww.fotolia.de

Herzinsuffizienz-Patienten leiden oft unter schlafbezogenen Atmungsstörungen, etwa 40 Prozent der Betroffenen haben eine Cheyne-Stokes-Atmung. Speziell für diesen Atmungstyp wurde die adaptive Servoventilation (ASV) entwickelt. Dabei werden Einatmungs- und Ausatmungsdruck Atemzug für Atemzug neu bestimmt. Bei stabiler Atmung liefert das Gerät nur eine minimale Druckunterstützung. Erst wenn die Atmung aus dem Gleichgewicht gerät, verändert das Gerät die Druckunterstützung.

Cheyne-Stokes-Atmung ist unabhängig von der Schwere der Herzinsuffizienz und ein Risikofaktor für eine erhöhte Sterberate, so Professor Winfried Randerath vom Solinger Krankenhaus Bethanien beim Schlafkongress in Kassel. In der Behandlung der Patienten kann zunächst ein Versuch mit der kontinuierlichen positiven Überdruckbeatmung (CPAP) sinnvoll sein.

Die CPAP bessert sowohl respiratorische Störungen als auch die kardiale Funktion; dabei hängt die Verbesserung bei herzinsuffizienten Patienten von der Höhe des Druckes ab. Günstige Effekte auf die Sterberate fand eine Arbeit aber nur bei denen, deren Atemstörungen auf weniger als 15 Ereignisse pro Stunde abgenommen hatten. Und durch CPAP ließ sich die Ventilation in mehreren Studien zwar um etwa 50 Prozent verbessern, doch das genügt oft nicht, sagte Randerath bei einer Veranstaltung der Firma ResMed.

Der Behandlungserfolg sollte deshalb rasch kontrolliert werden. Randerath überprüft den Apnoe-Hypopnoe-Index schon nach der ersten Therapienacht. "Ist er nur von 40 auf 20 bis 25 gesunken, dann wäre ich nicht zufrieden und würde sofort wechseln", sagte er. Denn die adaptive Servoventilation mit dem AutoSet CS(R)2 passt die Druckunterstützung der variierenden Spontanatmung des Patienten fortlaufend an. Bei CSR-Patienten führte dies zu einer stärkeren Verbesserung der Atmung als die CPAP-Behandlung, wie eine retrospektive Analyse der Mayo-Clinic ergab. Das unterstreicht frühere Ergebnisse, die für die ASV-Therapie im Vergleich zu CPAP eine doppelt so gute Senkung des Apnoe-Hypopnoe-Indexes zeigten.

Neuere Daten belegen zudem eine signifikante Zunahme der Lebensqualität und der Herzleistung. Darüber hinaus profitieren offenbar auch Patienten, die gleichzeitig eine ob-struktive Schlafapnoe haben und solche mit Opiat-abhängigem zentralem oder idiopathischem zentralem Schlafapnoe-Syndrom.

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