Krebs

Hilft Topotecan auch Frauen mit platinsensitivem Ovarial-Ca?

BERLIN (gvg). Beim Rezidiv eines platinresistenten Ovarial-Karzinoms haben Kombinationschemotherapien keinen Vorteil im Vergleich zu einer Topotecan-Monotherapie. Der Stellenwert von Topotecan beim platinsensitiven Ovarial-Karzinom-Rezidiv wird derzeit geprüft.

Veröffentlicht: 20.09.2006, 08:00 Uhr

Die Standardtherapie beim Ovarial-Karzinom ist derzeit die Operation, die bei Tumoren in den FIGO-Stadien IIb bis IV - wenn also der Tumor nicht mehr auf die Ovarien begrenzt ist - von einer adjuvanten Therapie mit Paclitaxel und Carboplatin ergänzt wird. Daran hat Privatdozent Jalid Sehouli von der Charité Berlin erinnert. Trotzdem entwickelten etwa 65 Prozent der betroffenen Frauen ein Rezidiv oder eine Tumorprogression mit dann in der Regel tödlichem Ausgang.

Doch was ist die beste Rezidivtherapie? Auf dem Krebskongreß ASCO in Atlanta im US-Staat Georgia wurden einige Studien dazu vorgestellt. So wurde von der Nordostdeutschen Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie (NOGGO) eine Dosisfindungsstudie präsentiert, in der die Wirksamkeit der Kombination aus Topotecan und Carboplatin bei 26 Frauen mit platinsensitivem Ovarial-Karzinom-Rezidiv untersucht wurde.

Aufbauend darauf soll Ende des Jahres eine Phase-III-Studie starten, in der diese Kombination mit den beiden Kombinationen Paclitaxel/Carboplatin und Carboplatin/Gemcitabin verglichen werden soll. "Gerade im Rezidiv kommt es stark auf die Lebensqualität an", sagte Sehouli auf einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline in Berlin. Topotecan (Hycamtin®) gilt als gut verträglich.

Ergebnisse einer Phase-III-Studie gibt es bereits beim platinresistenten Ovarial-Karzinom-Rezidiv (wir berichteten). Bei 502 Patientinnen aus insgesamt 92 Zentren wurde die Wirksamkeit einer Monotherapie mit Topotecan mit der Wirksamkeit der nicht-platinhaltigen Kombinationen Topotecan plus Etoposid sowie Topotecan plus Gemcitabin verglichen. Auch diese auf dem ASCO 2006 präsentierte Untersuchung wurde von der NOGGO koordiniert.

Verglichen mit der Monotherapie hätten sich - unabhängig von der Dauer des rezidivfreien Intervalls - keine statistisch signifikanten Vorteile für die Kombinationstherapien ergeben, berichtete Sehouli. Im Median lebten die Frauen jeweils noch 15 bis 18 Monate. Die Topotecan-Monotherapie bleibe damit der Standard bei Frauen mit platinresistentem Ovarial-Karzinom-Rezidiv, betonte der Onkologe.

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