Direkt zum Inhaltsbereich

Höchste Zeit fürs Impfen gegen Birken- und Graspollen

NEU-ISENBURG (ikr). Die neue Pollensaison hat gerade begonnen. Noch ist es Zeit für eine spezifische Immuntherapie (SIT) bei Allergie gegen Birken- oder Gräserpollen. Die SIT verringert nicht nur die Heuschnupfen-Symptome, sondern schützt - zumindest Kinder - möglicherweise auch vor Asthma.

Veröffentlicht:
Pollen im Elektronenmikroskop. Sie sind häufiger Auslöser von Allergien.

Pollen im Elektronenmikroskop. Sie sind häufiger Auslöser von Allergien.

© Foto: wid

Durch die SIT würden anscheinend nicht nur die Symptome der Pollenallergie deutlich verringert, sagte Professor Gerhard Schultze-Werninghaus zur "Ärzte Zeitung". "Aufgrund der aktuellen Datenlage sollten wir zumindest bei Schulkindern mit Pollenallergie eine SIT anbieten", rät der Bochumer Allergologe. Dasselbe empfiehlt der Kollege aufgrund des erhöhten Asthmarisikos bei Erwachsenen, die zusätzlich zu Antihistaminika länger als drei bis vier Wochen pro Jahr nasale Kortikoide benötigen.

Es mehren sich die Hinweise, dass Asthma-Prävention zumindest für Kinder mit Pollenallergie möglich ist. Kinder, die drei Jahre lang eine SIT erhielten, waren in einer offenen Studie besser vor Asthma geschützt als Patienten, die nur symptomatisch behandelt wurden (Allergy 62, 2007, 943). Mit SIT war sieben Jahre später etwa jedes vierte Kind erkrankt, ohne SIT jedes zweite.

Dass das Asthma-Risiko bei Patienten mit allergischer Rhinitis etwa durch Pollen stark erhöht ist, belegen aktuelle Studiendaten (The Lancet 372, 2008, 1049). Demnach ist das Asthma-Risiko unabhängig von anderen Risikofaktoren um den Faktor 3,5 erhöht. In der Studie wurde bei 6461 Teilnehmern über fast neun Jahre die Asthma-Inzidenz ermittelt. 1217 hatten zu Studienbeginn bereits eine allergische Rhinitis, 704 lediglich eine Sensibilisierung ohne Symptome und 1377 eine nicht-allergische Rhinitis. Die übrigen 3163 Patienten gehörten zur Kontrollgruppe. Am Ende der Studie hatten vier Prozent der Patienten mit allergischer Rhinitis auch Asthma, aber nur ein Prozent der Kontrollpersonen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Erst die Nase, dann die Bronchien - Hyposensibilisierung kann Asthma verhindern

Mehr zum Thema

Seltene Erkrankungen

Primäre Immundefekte: Warnzeichen und Tipps fürs Labor

Fehlerhaftes Immunsystem

So unterscheiden sich primäre und sekundäre Immundefekte

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik

Atypische Stirnfalten: Wo kommen sie her?

Tipps von KI-Expertin

So hilft Künstliche Intelligenz den MFA im Praxisalltag

Lesetipps
Eine Puppe liegt dreckig auf dem Boden.

© fotogeng / stock.adobe.com

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Wenn das Bindegewebe im Becken an Spannung verliert oder geschädigt wird, droht ein Descensus genitalis. Wichtig sind Aufklärung und Beratung der betroffenen Frauen.

© H_Ko / Stock.adobe.com

Genitalsenkung

Descensus genitalis: Aktualisierte Empfehlungen auf S3-Niveau