Direkt zum Inhaltsbereich

Hepatitis C

Höhere Sterberate auch durch andere Ursachen

Menschen mit chronischer Hepatitis C zu identifizieren und zu therapieren lohnt sich. Denn bei den Betroffenen ist nicht nur die hepatisch bedingte Sterberate erhöht.

Von Michael Hubert Veröffentlicht:
Gibt es Hinweise auf eine HCV-Infektion? Eine Blutuntersuchung bringt die Antwort.

Gibt es Hinweise auf eine HCV-Infektion? Eine Blutuntersuchung bringt die Antwort.

© Klaro

TAIPEH. Eine chronische Infektion mit Hepatitis-C-Viren (HCV) erhöht erwartungsgemäß die Sterberate infolge der Leberschädigung. Doch die HCV-Infektion erhöht ebenfalls die Sterberate durch extrahepatische Ursachen, und zwar um 35 Prozent.

Die Sterberate durch kreislaufbedingte Ursachen ist bei Patienten mit chronischer HCV-Infektion um 50 Prozent erhöht, ebenso jene für eine Reihe von Krebsarten, zum Beispiel bis um das 8-fache für Schilddrüsenkrebs.

Das hat eine aktuelle Kohortenstudie aus Taiwan mit knapp 24.000 Teilnehmern im Alter von 30 bis 65 Jahren und einem Beobachtungszeitraum von gut 16 Jahren ergeben (J Inf Dis 2012; 206: 469-477).

Ein weiteres Resultat der Studie: Die Gesamtsterberate war gegenüber jenen Teilnehmern ohne chronische HCV-Infektion fast verdoppelt. Die hepatisch bedingte Sterberate lag um den Faktor 13 höher.

Die erhöhten Sterberaten gelten dabei nur für Teilnehmer, bei denen HCV-RNA nachweisbar war, also tatsächlich eine chronische Hepatitis C vorlag. Waren nur HCV-Antikörper nachweisbar, gab es hingegen keine Unterschiede zu den Kontrollpersonen bezüglich der Sterberaten.

In einem Editorial zur Studie wird darauf hingewiesen, dass die Screeningstrategie von Risikogruppen, um die HCV-bedingte Sterberate in der Bevölkerung zu senken, versagt habe.

Eine Ausweitung der Tests auf alle Menschen, die zwischen 1945 und 1965 geboren wurden, könne mehr Erfolg bringen. Eine solche Strategie wurde vor kurzem von der US-Seuchenbehörde CDC empfohlen.

Dass sich ein ausgeweitetes Screening auch in Deutschland lohnen könne, deutet eine Studie aus Berlin und Frankfurt am Main an. Hier wurde eine HCV-Seroprävalenzrate von 1,6 Prozent ermittelt, das ist viermal so hoch wie bisherige Schätzungen (Plos One 2012; 7: e41206).

Die Deutsche Leberhilfe e.V. setzt sich ebenfalls für vermehrte Tests ein. Da bei vielen Patienten mit Virus-Hepatitis der ALT(GPT)-Wert erhöht ist, könnte ein solcher Test ein geeigneter Screeningparameter sein. Entsprechende Studiendaten werden für den Herbst erwartet.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Beispiele zum Durchklicken

Auffälliges EKG: Was steckt hinter diesen 13 Fällen?

Früherkennung von Geschlechtskrankheiten

Kein Screen & Treat bei mukosalen STI!

Schädel-Hirn-Traumata

Was Kopfbälle fürs Demenzrisiko bedeuten

Lesetipps
Ein Blick in die aktuelle Isolationsstudie SOLIS100, die in Zusammenarbeit mit der ESA durchgeführt wird. Sechs Personen sind für 100 Tage in einem Raum isoliert ohne Kontakt nach außen bis auf terminierte Mission-Controll-Telefonate und 30 Minuten Kontakt zu Freunden und Familie pro Woche über Telefon/Videoanruf.

© DLR

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer