Direkt zum Inhaltsbereich

Hoffnung: Gelenkknorpel aus adulten Stammzellen

BERLIN (gvg). Autologe Knorpelzellen sind wichtig für die autologe Chondrozytentransplantation (ACT). Günstig wäre es, sie aus adulten Stammzellen zu gewinnen. Denn die sind unbegrenzt verfügbar. Bei bisherigen Versuchen allerdings entstand vor allem minderwertiger Mischknorpel.

Veröffentlicht:

"Für die ACT brauchten wir autologe Zellen mit gutem Wachstum, die sich leicht entfernen lassen und lange halten", sagte Professor Wiltrud Richter von der Universität Heidelberg. Mesenchymale (adulte) Stammzellen haben all diese Vorteile. Als körpereigene Vorläufer aller Bindegewebszellen wären sie als Quelle für Knorpel wie geschaffen.

Tatsächlich lassen sich durch Stimulation mit dem Wachstumsfaktor TGF beta heute problemlos Chondrozyten aus mesenchymalen Stammzellen erzeugen. "Danach allerdings gibt es zwei Wege", so Richter auf einem Orthopädenkongress in Berlin. Entweder die Chondrozyten werden zu permanent stabilem, hyalinem Gelenkknorpel. Den will man haben. Oder es entsteht hypertropher Ersatzknorpel, der außer Kollagen II auch Kollagen I und X enthält. Das hilft bei einer ACT nicht weiter, sondern macht eher Probleme.

Mit Analyse der Genexpression und von Eiweißen haben Richter und ihre Kollegen nachgewiesen: Bei Anwendung der gängigen Stammzellprotokolle zur Chondrozytengewinnung wird viel zu viel Kollagen X gebildet. "Da läuft also irgendetwas anders als in der Natur", so Richter. Als die Kollegen die Zellen in eine Maus implantierten, entstand kein hyaliner Knorpel, sondern ein Mischknorpel, der eher verknöcherte. Das erinnerte stark an die Vorgänge, die bei der Arthrose zu beobachten sind.

"Die Standardprotokolle sind offenbar zu einfach, so dass sie die komplexen Vorgänge im Körper nicht abbilden", so Richter. Statt nur TGF beta einzusetzen, wollen die Heidelberger Forscher jetzt mit verschiedenen Zytokinen experimentieren, um den Stammzellen präzisere "Anweisungen" für die Differenzierung zu geben. Am Ende soll echter hyaliner Gelenkknorpel stehen, für dessen Erzeugung im Idealfall eine Entnahme venösen Bluts reichen könnte.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Übersicht und Metaanalyse

Probiotika könnten Arthrose-Beschwerden lindern

Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Holzklötze mit Symbolen für verschiedene Versicherungsarten, dahinter eine Person im weißen Hemd.

© REDPIXEL / stock.adobe.com

Cancer is Changing

Medizinischer Fortschritt: „Zwei von drei Krebspatientinnen leben heute länger als fünf Jahre nach der Diagnose“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BeOne Medicines Germany GmbH

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vom Schmerzgel bis zum Wiegenlied

Zehn Strategien gegen Impfstress

Kasuistik

Lebensgefahr! Tattoo mit schockierenden Folgen

Lesetipps
Bluttest

© NiDerLander / stock.adobe.com

Demenz erkennen

Neuer Ansatz für eine Alzheimer-Diagnostik mittels Bluttests

Eine schwangere Frau hält sich die rechte Bauchseite und telefoniert.

© T Mdlungu/peopleimages.com / Stock.adobe.com

Kasuistik

Schwangere mit akutem Abdomen: Der Blinddarm war es diesmal nicht