Homöopathie-Ärzteverein scheitert mit Korrekturwunsch

KÖLN (iss). Wenn in einer Fernsehsendung allgemein die Wirksamkeit homöopathischer Mittel bestritten wird, hat der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) kein Recht auf eine Gegendarstellung. Das hat das Landgericht Mainz entschieden.

Veröffentlicht:

Damit scheiterte der Verein mit dem Versuch, vom ZDF eine Gegendarstellung zu verlangen. Anlass der Auseinandersetzung war die in dem Wissenschaftsmagazin "Joachim Bublath" getroffene Aussage: "In keiner wissenschaftlichen Studie waren die homöopathischen Mittel wirksamer als Placebos."

Der Verein wollte erreichen, dass in der Sendung diese Richtigstellung verlesen wird: "In zahlreichen, nach wissenschaftlichen Regeln durchgeführten Einzelstudien und auch in Metaanalysen konnte eine signifikante Überlegenheit homöopathischer Mittel gegenüber Placebos nachgewiesen werden." Das hat das Landgericht nicht zugelassen, da in dem Fernsehbeitrag weder der DZVhÄ noch einzelne Mitglieder namentlich genannt wurden.

"Mit Bedauern nehmen wir zu Kenntnis, dass das Presserecht keine Richtigstellung wahrheitswidriger Behauptungen ermöglicht, solange nur keine Namen genannt werden", sagte Lars Stange, erster Vorsitzender des Vereins. Dem Vorschlag des Richters, sich im Vorfeld der Verhandlung gütlich zu einigen, war der DZVhÄ bewusst nicht gefolgt.

"Wir wollten den Eindruck vermeiden, wir hätten aus inhaltlichen Gründen klein beigegeben", sagte Sprecher Christoph Trapp. Jetzt sei klar, dass die Gegendarstellung ausschließlich an formalen Gründen gescheitert sei. Der DZVhÄ will seine Klage nicht weiter verfolgen.

Entscheidung des Landgerichts Mainz, Az.: 1 O 308/07

Mehr zum Thema

Überraschender Parteitagsbeschluss

Grünen-Parteitag wendet sich gegen Globuli auf Krankenkassen-Kosten

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

B- und T-Zell-Immunität

Richtig impfen gegen Influenza und COVID-19

Lesetipps
Bild mit Burgern, Süßigkeiten und Gebäck

© monticellllo / stock.adobe.com

Stark verarbeitete Lebensmittel

Gesundheitsschädliche Nahrung – eine globale Krise?