Robert Koch-Institut meldet

Infektionen mit kontaminierter Mundspülung

Bei Intensivpatienten häufen sich Infekte mit Burkholderia cepacia, warnt das RKI.

Veröffentlicht:

BERLIN. Im August kam es zu einer überregionalen Häufung von Infektionen und Besiedlungen mit Burkholderia cepacia bei Intensivpatienten, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI).

Bisher liegen dem RKI Meldungen zu 16 Patienten aus drei verschiedenen Kliniken in zwei Bundesländern vor. Zwei Patienten mit bekannter schwerer Grunderkrankung sind gestorben (Epi Bull 2018; 38: 422).

Als wahrscheinliche Expositionsquelle komm octenidol®md Mundspüllösung vom Unternehmen Schülke & Mayr infrage (Chargennummer 1513962), so das RKI.

Die betroffene Charge des Medizinproduktes wird seit August vom Hersteller (MPC International S.A. in Luxemburg) aufgrund einer Kontamination mit den Keimen freiwillig zurückgerufen.

Ein Vergleich mit Ganzgenomsequenzierung von Isolaten, die von zwei Patienten und aus einer Mundspüllösung der Charge stammen, zeigte eine weitgehende Identität der untersuchten Stämme.

Weitere Fälle von nosokomialen Infektionen und Kolonisationen mit den Keimen nach Exposition zu den Mundspüllösungen sollten gemäß Infektionsschutzgesetz (§ 6 Absatz 3) gemeldet werden, so das RKI.

Die Meldung erfolgt nichtnamentlich an das zuständige Gesundheitsamt, die weitere Übermittlung an die Landesstelle und das RKI. Dazu sind die auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte verfügbaren Formulare zu verwenden.

Burkholderia cepacia findet sich typischerweise im Grundwasser und Erdboden und kann auch über längere Zeit in feuchter Umgebung überleben. Insbesondere bei Patienten mit Mukoviszidose ist der Keim wegen seiner hohen Antibiotikaresistenz ein gefürchtet.

Deshalb werden in vielen Krankenhäusern Patienten mit Zystischer Fibrose, die mit Burkholderia cepacia infiziert sind, streng isoliert. Infektionen mit Burkholderia cepacia können zu schneller Abnahme der Lungenfunktion führen und tödlich sein. (eb/eis)

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