Diabetes mellitus

Inhalation erleichtert den Einstieg in die Insulin-Therapie

MÜNCHEN (grue). Aus Angst vorm Spritzen kann Typ-2-Diabetikern der Wechsel zum Insulin schwer fallen. Für sie ist inhalierbares Insulin eine interessante Alternative.

Veröffentlicht:

Typ-2-Diabetiker nehmen durchschnittlich die ersten vier Jahre nach der Diagnose gar keine Antidiabetika ein, wie Dr. Chantal Mathieu aus Löwen in Belgien berichtet hat. Es folgt eine orale Therapie über im Mittel fünf Jahre und dann erst werde auf Insulin umgestellt, sagte Mathieu auf einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer in München: "Nach einer Umfrage würden aber vier von zehn Diabetikern mit zu hohen Blutzuckerwerten durchaus früher auf Insulin umstellen, wenn sie das Hormon inhalieren könnten."

Dagegen mochten sich mit subkutanen Insulininjektionen spontan nur 16 Prozent anfreunden. Auch die meisten Teilnehmer aus Studien mit dem inhalativen Insulin Exubera® wollten langfristig bei dieser Therapieform bleiben, sagte die belgische Internistin. Das inhalierbare Humaninsulin ist bei erwachsenen Typ-2-Diabetikern mit medikamentös schlecht eingestelltem Blutzucker stärker wirksam als orale Antidiabetika. Es senkt die Blutglukose ähnlich effektiv wie subkutan appliziertes Normalinsulin, sagte Mathieu. Als häufige unerwünschte Wirkung der Insulin-Inhalation können, wie auch bei anderen Insulintherapien, Hypoglykämien auftreten. Die Inzidenz ist aber etwas geringer.

Klinisch unproblematisch ist offenbar die Bildung von Insulin-Antikörpern im Verlauf der Inhalationstherapie. Sie entstehen vor allem bei Patienten, die zuvor subkutan injiziertes Insulin bekommen haben. "Die Antikörper werden nur in den ersten sechs bis zwölf Monaten gebildet und haben keinen Einfluß auf die benötigte Insulindosis oder die Blutzuckereinstellung", sagte Mathieu.

Auch bestehe kein Zusammenhang mit der Lungenfunktion. Die Einsekundenkapazität der Lunge (FEV1) fällt zwar anfangs etwas, dann sind aber noch keine Antikörper im Blut. Zur Therapie mit inhalativem Insulin gehören im übrigen regelmäßige Lungenfunktionstests.

Mehr zum Thema

2. Preis Charity Award 2021

AGPD: Kampagne gegen Ketoazidose bei Kindern

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Chronischer Pruritus: Heftigster Juckreiz

© Aleksej / stock.adobe.com

Therapeutischer Dreiklang

Was sich gegen ständiges Jucken tun lässt

Mehr Inzidenzen = ein guter Grund für den dritten Piks? Einige im Gesundheitssystem vertrauen dieser Rechnung.

© Fokussiert / stock.adobe.com

COVID-19-Pandemie

Hohe Inzidenz lässt Ruf nach mehr Drittimpfungen lauter werden