Diabetes mellitus

Inhalation erleichtert den Einstieg in die Insulin-Therapie

MÜNCHEN (grue). Aus Angst vorm Spritzen kann Typ-2-Diabetikern der Wechsel zum Insulin schwer fallen. Für sie ist inhalierbares Insulin eine interessante Alternative.

Veröffentlicht: 01.02.2007, 08:00 Uhr

Typ-2-Diabetiker nehmen durchschnittlich die ersten vier Jahre nach der Diagnose gar keine Antidiabetika ein, wie Dr. Chantal Mathieu aus Löwen in Belgien berichtet hat. Es folgt eine orale Therapie über im Mittel fünf Jahre und dann erst werde auf Insulin umgestellt, sagte Mathieu auf einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer in München: "Nach einer Umfrage würden aber vier von zehn Diabetikern mit zu hohen Blutzuckerwerten durchaus früher auf Insulin umstellen, wenn sie das Hormon inhalieren könnten."

Dagegen mochten sich mit subkutanen Insulininjektionen spontan nur 16 Prozent anfreunden. Auch die meisten Teilnehmer aus Studien mit dem inhalativen Insulin Exubera® wollten langfristig bei dieser Therapieform bleiben, sagte die belgische Internistin. Das inhalierbare Humaninsulin ist bei erwachsenen Typ-2-Diabetikern mit medikamentös schlecht eingestelltem Blutzucker stärker wirksam als orale Antidiabetika. Es senkt die Blutglukose ähnlich effektiv wie subkutan appliziertes Normalinsulin, sagte Mathieu. Als häufige unerwünschte Wirkung der Insulin-Inhalation können, wie auch bei anderen Insulintherapien, Hypoglykämien auftreten. Die Inzidenz ist aber etwas geringer.

Klinisch unproblematisch ist offenbar die Bildung von Insulin-Antikörpern im Verlauf der Inhalationstherapie. Sie entstehen vor allem bei Patienten, die zuvor subkutan injiziertes Insulin bekommen haben. "Die Antikörper werden nur in den ersten sechs bis zwölf Monaten gebildet und haben keinen Einfluß auf die benötigte Insulindosis oder die Blutzuckereinstellung", sagte Mathieu.

Auch bestehe kein Zusammenhang mit der Lungenfunktion. Die Einsekundenkapazität der Lunge (FEV1) fällt zwar anfangs etwas, dann sind aber noch keine Antikörper im Blut. Zur Therapie mit inhalativem Insulin gehören im übrigen regelmäßige Lungenfunktionstests.

Mehr zum Thema

DDG-Empfehlungen

So gelingt das Management von Diabetikern mit COVID-19

„CoronaUpdate“-Podcast

Der „Corona-Tunnel“ – und seine Folgen für die Medizin

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
So begegnen Ärzte impfkritischen Fragen richtig

Gespräche mit Eltern

So begegnen Ärzte impfkritischen Fragen richtig

Ein Fenster und ein Bierzelt als Schutz vor Corona

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein Fenster und ein Bierzelt als Schutz vor Corona

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden