Füttern mit Muttermilch

Initiative für Verbreitung von Frauenmilchbanken

Wenn Frauen nicht stillen können oder die Milch nicht ausreicht, sind Milchspenden gerade für Frühgeborene oft hilfreich. Seit 100 Jahren gibt es dazu Frauenmilchbanken – nach Ansicht der Initiatoren aber zu wenige.

Veröffentlicht:
Säuglingsernährung mit Muttermilch – wenn die der eigenen Mutter nicht ausreicht, können bei medizinischem Bedarf Spenden aus Frauenmilchbanken helfen.

Säuglingsernährung mit Muttermilch – wenn die der eigenen Mutter nicht ausreicht, können bei medizinischem Bedarf Spenden aus Frauenmilchbanken helfen.

© cs-photo - Fotolia

MAGDEBURG. Vor 100 Jahren ist in Magdeburg die erste deutsche Frauenmilchbank gegründet worden - heute erlebt die Idee gespendeter Muttermilch bundesweit eine Renaissance. Dafür setzt sich unter anderem eine im vergangenen Jahr gegründete Initiative von Ärzten und Wissenschaftlern ein.

Die Frauenmilchbank-Initiative wolle erreichen, dass in fünf Jahren jedes Bundesland mindestens eine Frauenmilchbank hat und alle bedürftigen Frühgeborenen Zugang zu Spenderinnenmilch haben, erklärte die Sprecherin der Initiative, Anne Sunder-Plaßmann.

Ihren Angaben zufolge gibt es aktuell 23 Milchbanken, besonders viele im Osten Deutschlands. Noch keine gebe es in Schleswig-Holstein, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Die Uniklinik Frankfurt bereite allerdings derzeit eine Eröffnung vor.

Vor 100 Jahren war die erste deutsche Milchbank in Magdeburg eröffnet worden. Damals war eine Kinderärztin auf die Idee gekommen, überschüssige Milch von Müttern zu sammeln und Kindern zu geben, deren Mütter nicht stillen können.

Muttermilch habe Vorteile gegenüber industriellen Produkten, etwa für die Entwicklung des Immunsystems und die Verringerung von Infektionsrisiken, sagte der Leiter der Magdeburger Milchbank, Ralf Böttger. Diverse Erkrankungen kämen bei Frühchen, die natürliche Milch bekommen, seltener vor. (dpa)

Veranstaltungs-Info

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Frauenmilchbanken in Deutschland veranstaltet die Frauenmilchbank-Initiative gemeinsam mit dem Institut für Geschichte, Ethik und Theorie der Medizin der Universität Magdeburg, der Universitätsfrauenklinik, der Universitätskinderklinik und dem Städtischen Amt für Gleichstellungsfragen am 13. und 14. Mai 2019 die Tagung „Lac Maternum“ – Muttermilch und Frauenmilchbanken in Magdeburg.

Mehr zum Thema

Corona-Studien-Splitter

Vorläuferzellen als Hinweis auf schwere COVID-19

Corona-Splitter der KW 48

Die COVID-19-Symptome bei Kindern

Indikation erweitert

Humira® jetzt auch für Kinder mit Colitis ulcerosa

Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dipl.-Med Sigrun Brandl

Muttermilchspenden schon vor 110 Jahren in der Charite

Die Mutter meines früheren Nachbarn,der am 03.06.1909 als Frühgeborenes in der Charite zur Welt kam hat schon damals, wie auch andere Frauen, Milch für die kranken Neugeborene/Frühgeborenen gespendet.Ich glaube, es gab schon eher Frauenmilchspende.


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Vakzin oder Placebo? Eine Impfspritze im Rahmen der Phase-3-Studie von Moderna an einem Studienzentrum in Florida.

COVID-19-Vakzine

Moderna beantragt EU-Zulassung für Corona-Impfstoff