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Jeder 7. Hausarzt-Patient hat Restless Legs

BRÜSSEL (nsi). Schlechter Schlaf, Unbehagen und Unruhe in den Beinen, die am Abend schlimmer wird und sich nur durch Bewegung lindern lässt: Das sind typische Symptome für ein Restless-Legs-Syndrom (RLS). Doch nur jeder sechste Betroffene weiß, dass er ein RLS hat. Darauf deuten Daten einer Umfrage unter Hausarzt-Patienten.

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Weil die körperlichen Krankheitszeichen bei RLS teilweise unspezifisch sind und Patienten eher über die seelische Belastungen durch Schlafmangel und verminderte Belastbarkeit am Tage sprechen, sind Fehldiagnosen häufig: Statt RLS werden Depression, Stress-Syndrom oder Insomnie vermutet, Wirbelsäulenerkrankungen oder Schmerzsyndrome wie Fibromyalgie oder Polyneuropathie.

"Das sind Differenzialdiagnosen, die man abklären muss", hat der britische Allgemeinmediziner Dr. Paul Stillman aus Sussex beim Europäischen Neurologenkongress in Brüssel berichtet. Wichtig sei vor allem nach der Kombination von Schlafstörungen, motorischer Unruhe sowie Missempfindungen in den Beinen zu fragen, die sich durch Bewegung lindern lassen. Bei einer solchen Beschwerdekombination sollten Ärzte an RLS denken, sagte Stillman auf einem Symposium des Unternehmens Boehringer Ingelheim.

Die wenigsten der Betroffenen wissen, dass sie ein RLS haben

Wie schwierig die RLS-Diagnose in der Praxis ist, darauf deuten auch Zahlen aus Deutschland. Nur etwa jeder sechste Bundesbürger, der RLS hat, weiß davon, hat die Epidemiologin Dr. Katja Schneider von der Universität Münster berichtet. Die Zahl basiert auf einer Befragung von knapp 20 000 Patienten in 311 bundesdeutschen Hausarztpraxen. Nach der Auswertung der Fragebögen erfüllten 15 Prozent erfüllten die Kriterien für eine RLS, definiert als Unruhe- und Schmerzgefühl in den Beinen, das abends und nachts stärker wird und bei Bewegung vorübergehend zurückgeht.

Mehr als die Hälfte der Patienten hat Schlafstörungen

55 Prozent dieser RLS-Patienten hatten zudem Schlafstörungen, davon waren aber nur 22 Prozent der Hausarztbesucher betroffen, die kein RLS hatten, sagte Studienleiter Privatdozent Klaus Berger aus Münster. Und: Nur jeder 20. Hausarztbesucher habe geplant, am Stichtag der Befragung über seine RLS-Symptome mit dem jeweiligen Hausarzt zu sprechen.

Dabei lassen sich die Beschwerden durch dopaminerge Arzneien gut lindern. Eine Option ist etwa der non-ergoline Dopamin-Agonist Pramipexol (Sifrol®), der außer zur Parkinson-Therapie auch bei mit mittelgradigem bis schwerem RLS zugelassen ist: Das Medikament kann im Vergleich zur Parkinson-Therapie bei RLS niedrig dosiert werden. Damit würden die Patienten gut und schnell - oft innerhalb von Tagen - ansprechen, hieß es auf dem Kongress. Auch Lebensqualität und Vitalität besserten sich mit der Therapie.

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