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Körperliche Aktivität

Jeder zweite Typ-2-Diabetes könnte vermieden werden

Es gibt inzwischen viele Belege dafür, dass körperliche Aktivität in Bezug auf Typ-2-Diabetes primär- wie sekundärpräventiv wirkt.

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NEU-ISENBURG. Bereits 1992 wurden die Ergebnisse einer US-Studie mit 21.300 Ärzten im Alter zwischen 40 und 84 Jahren bekannt. Innerhalb von fünf Jahren hatten 285 von ihnen Typ-2-Diabetes entwickelt.

Je körperlich aktiver die Teilnehmer waren, desto seltener erkrankten sie: Wer einmal wöchentlich aktiv war, senkte sein Diabetesrisiko um 23 Prozent, wer fünfmal oder öfter pro Woche Sport trieb, hatte ein um 42 Prozent geringeres Risiko (JAMA 1992; 268 (1): 63).

Auch wenn bereits die Glukosetoleranz gestört ist, kann mit Änderungen des Lebensstils der Ausbruch der Diabetes-Erkrankung verhindert oder verzögert werden.

In einer finnischen Untersuchung waren mehr als 500 übergewichtige Männer und Frauen mit gestörter Glukosetoleranz im Durchschnittsalter von 55 Jahren entweder nur in Bezug auf Lebensstiländerungen beraten worden (Kontrollgruppe) oder es fanden entsprechende Interventionen statt.

Die kumulative Diabetesinzidenz lag nach vier Jahren in der Kontrollgruppe bei 23 Prozent und in der Interventionsgruppe bei elf Prozent. Das heißt nichts anderes, als dass mit Lebensstilinterventionen in einer Risikogruppe fast 60 Prozent der Typ-2-Diabetes-Erkrankungen verhindert werden konnten (NEJM 2001; 344: 1343).

Diabetesausbruch verzögern

Ein Effekt, der nachhaltig ist, wie inzwischen ebenfalls nachgewiesen ist: Lebensstil-Interventionen bei Menschen mit gestörter Glukosetoleranz über sechs Jahre können für bis zu 14 Jahre den Diabetesausbruch verhindern oder verzögern.

In einer chinesischen Studie war die Diabetes-Inzidenz während der aktiven Lebensstilinterventionsperiode um 51 Prozent verringert und über einen Zeitraum von 20 Jahren um 43 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe (Lancet 2008; 371: 1783).

Bei bereits bestehendem Typ-2Diabetes verringert ein wöchentliches Training von 150 Minuten, aufgeteilt in etwa drei Trainingseinheiten, den HbA1c-Wert signifikant um 0,66 Prozentpunkte, ein Effekt, der bereits innerhalb von 15 bis 18 Wochen erreicht werden kann (JAMA 2001; 286: 1218).

Bestätigt wurde das Ergebnis dieses Reviews kontrollierter Studien 2011 mit einer neuen Metaanalyse der Daten von über 8500 Typ-2-Diabetikern. Dabei kam auch heraus, dass ein strukturiertes Training von mehr als 150 Minuten pro Woche einen deutlich größeren Effekt hat als ein geringerer Trainingsumfang.

Das Training sollte unbedingt mit einer Ernährungsumstellung kombiniert werden, weil ansonsten keine deutlichen Effekte auf den HbA1c-Wert zu erwarten sind (JAMA 2011; 305: 1790). (ner)

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