Jetzt gibt es eine Vakzine gegen Rotaviren

BASEL (fvw/eis). Jedes Jahr bekommen in Deutschland über 10 000 Kinder im Alter unter vier Jahren Brechdurchfall durch Rotaviren. Etwa jedes 45. Kind muß in die Klinik. Mit Impfungen können die Infektionen wirksam verhindert werden. Ein erster Impfstoff wurde jetzt in Deutschland eingeführt.

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Der Impfstoff Rotarix® ist bei Säuglingen ab sechs Wochen anwendbar. Für Professor Hans-Iko Huppertz von der Professor-Hess-Kinderklinik in Bremen ist der neue Impfstoff von großer Bedeutung.

"Gerade im Winter sind unsere Stationen voll von Kindern mit Rotavirus-Brechdurchfällen", sagte der Pädiater bei einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline beim Kongreß der European Society for Infectious Diseases (ESPID) in Basel. Die monovalente Schluckimpfung sei mit anderen Impfungen gut zu kombinieren und lasse sich in bestehende Impfkalender einbauen.

Die Wirksamkeit des Impfstoffs wurde in einer kontrollierten Studie in Deutschland und fünf weiteren europäischen Ländern geprüft, hat Professor Timo Vesikari von der Universität Tampere in Finnland berichtet. In der "Studie 036" erhielten 2572 Kinder zusätzlich zu den üblichen Standardimpfungen je zwei Dosen des monovalenten Impfstoffs, 1302 Kinder bekamen Placebo.

Die Kinder erhielten die erste Dosis im Alter von sechs bis 14 Wochen, die zweite Dosis vier Wochen später. Danach wurden über sechs Monate bei allen Durchfällen Stuhlproben auf Rotaviren getestet: In der Kontrollgruppe wurden 94 Episoden von Rotavirus-Gastroenteritis registriert, in der Impfgruppe 24.

Das ergebe eine Schutzwirkung des Impfstoffs von 87 Prozent. Gegen schwere Verläufe schütze die Vakzine zu 96 Prozent, so Vesikari. Klinikeinweisungen seien bei den geimpften Kindern sogar völlig vermieden worden.

Die Rotavirus-Impfung ist in Deutschland zunächst nur als IGeL möglich. Jede der beiden nötigen Impfdosen kostet etwa 86 Euro.

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