Jetzt ist Zeit für Hyposensibilisierung gegen Ambrosia

NEU-ISENBURG (ikr). Höchste Zeit ist es jetzt nicht nur für die spezifische Immuntherapie (SIT) bei Gräserpollenallergie, sondern auch für Patienten, die auf Ambrosia allergisch reagieren. Eine SIT kann sich wegen der starken Aggressivität dieser Pollen besonders lohnen.

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Noch bis vor wenigen Jahren waren in Deutschland Patienten, die im Prick-Test positiv auf Ambrosia (Traubenkraut) reagierten, eine Rarität. "Das hat sich jetzt schlagartig geändert", sagte Professor Torsten Zuberbier von der Charité Berlin zur "Ärzte Zeitung".

Eine europäische Studie, an der auch zwei deutsche Zentren, nämlich das Allergie-Centrum in Berlin und in München beteiligt waren, hat ergeben, dass 14  Prozent der Patienten mit Verdacht auf allergische Rhinitis hierzulande gegen Ambrosia sensibilisiert sind.

Die aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze entfaltet in Europa zunehmend ihr Allergiepotenzial. In der Hauptblütezeit von August bis September findet man die Pflanzen in Gärten, Wildäckern, Schnittblumenfeldern, auf Baustellen und an Straßenrändern. Es handelt sich nach Angaben von Zuberbier um ein sehr aggressives Allergen. Daher könne sich bei den Betroffenen aus dem Heuschnupfen rasch Asthma entwickeln.

Zuberbier: "Aus den USA wissen wir, dass bereits ein Viertel bis ein Zehntel der sonst üblichen Pollenzahl ausreicht, um klinische Beschwerden hervorzurufen."

Patienten mit Ambrosia-Allergie sollten wie andere Pollenallergiker mit modernen, nicht sedierenden Antihistaminika und bei Bedarf mit Kortikoid-Nasensprays behandelt werden, empfiehlt der Berliner Allergologe. Aufgrund der starken Aggressivität der Ambrosia-Pollen sei zusätzlich eine SIT zu erwägen. Hilfreich könne es außerdem sein, wenn Patienten die Pflanze gegebenenfalls mit Schutzhandschuhen rechtzeitig aus dem eigenen Garten entfernen.

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