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Ernst Jung-Preis für Medizin

Jung-Stiftung prämiert vier Spitzenforscher

Die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung verleiht in Hamburg ihre drei Auszeichnungen für Spitzenmedizin.

Veröffentlicht:
Dr. Anastasios Giannou, Krebsforscher aus Hamburg, erhält den Ernst Jung-Karriere-Förderpreis.

Dr. Anastasios Giannou, Krebsforscher aus Hamburg, erhält den Ernst Jung-Karriere-Förderpreis.

© UKE / Eva Hecht

Hamburg. In diesem Jahr würdigt die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung herausragende Arbeiten auf den Gebieten der Erforschung der molekularen Ursachen von Gefäßerkrankungen, der molekularen Virologie, der krebsbedingten Metastasenbildung sowie ein Lebenswerk im Bereich der Humanimmunologie. Mit insgesamt 540000 Euro zählen die Preise der Stiftung zu den höchstdotierten Medizinpreisen Europas.

Den mit 300000 Euro dotierten Ernst Jung-Preis für Medizin teilen sich in diesem Jahr die Biochemikerin und Pharmakologin Professorin Ingrid Fleming vom Zentrum für Molekulare Medizin an der Universität in Frankfurt und der Virologe Professor Ralf Bartenschlager, Leiter der Abteilung Molekulare Virologie am Uniklinikum Heidelberg, wie die Stiftung mitteilt.

Ernst Jung-Preis für Medizin für Biochemikern und Virologen

Fleming erhält erhielt den Preis für ihre erfolgreiche Erforschung möglicher Folgeerkrankungen von Diabetes und anderen vaskulären Erkrankungen. Dazu können beispielsweise Gefäßverschlüsse, Herzinfarkte sowie Erblindung zählen.

Auch die Übertragung ihrer Ergebnisse in medizinische Anwendungen spielt für die Auszeichnung eine wichtige Rolle. Bartenschlager ist es mit seinen Arbeiten zur Erforschung der Biologie von RNA-Viren gelungen, eine Grundlage zu schaffen, um Schädigungen nach chronischer Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus wie Leberzirrhose und Leberkrebs heilen zu können.

Mit der Ernst Jung-Medaille für Medizin in Gold ehrt die Jung-Stiftung in diesem Jahr den Humanimmunologen Professor Alain Fischer vom Institut Imagine und dem Collège de France, der bereits in 1998 den Ernst Jung-Preis für Medizin erhielt.

Mehr als 40 Jahre seines Lebens widmete Fischer dem Feld der klinischen Immunologie und erzielte mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten bedeutende Fortschritte: Er entschlüsselte die Entstehung unterschiedlicher angeborener Immundefekte und entwickelte eine entsprechende Gentherapie. Mit dem Preis einher geht ein Stipendium in Höhe von 30000 Euro, das Alain Fischer an einen Nachwuchswissenschaftler seiner Wahl vergeben kann.

Ernst Jung-Karriere-Förderpreis geht an Krebsforscher

Den mit 210000 Euro dotierten Ernst Jung-Karriere-Förderpreis erhält erhielt in diesem Jahr der Krebsforscher Dr. Anastasios Giannou vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Über drei Jahre hinweg kann er mit dieser Förderung die Initiierung und Weiterentwicklung erster selbstständiger Forschungsprojekte finanzieren. Er erforscht vielversprechende Ansätze, um die Metastasenbildung von Tumoren im Körper verstehen und verhindern zu können.

Der Ernst Jung-Karriere-Förderpreis ist der einzige der drei Preise, um den man sich aktiv bewerben kann. Er richtet sich an Nachwuchsmedizinerinnen und -mediziner, die nach mindestens zweijähriger wissenschaftlicher Forschungsarbeit, bevorzugt im Ausland, an einer deutschen Klinik tätig sein wollen, um vertieft wissenschaftlich zu arbeiten und gleichzeitig eine klinische Ausbildung zum/zur Facharzt_in anstreben. Die aktuelle Ausschreibung läuft noch bis August 2022. Nähere Informationen gibt es unter www.jung-stiftung.de. (eb)

Zweites Jung-Symposium

Nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr bietet die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung in 2022 interessierten Kolleginnen und Kollegen und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern erneut die Möglichkeit, herausragende Forschungsergebnisse digital kennen zu lernen.

Hierfür findet am 13. Mai 2022 das zweite Jung-Symposium der medizinischen Forschung statt, bei dem die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger der Jung-Stiftung ihre Forschung im Livestream vorstellen und auf Fragen eingehen. Mit diesem zeitgemäßen Format geben die ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Einblick in die weite Welt der Medizin, es ermöglicht interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen aktiven Austausch mit den Preisträgerinnen und Preisträgern 2022.

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