Direkt zum Inhaltsbereich

Dengue

Kampf gegen Mücken in Brasilien

Brasilien ist von einer Dengue-Epidemie betroffen. Bis Mitte April wurden 740.000 Fälle registriert.

Veröffentlicht:

RIO DE JANEIRO. Brasiliens Gesundheitsbehörden sind alarmiert. Das Land kämpft - wieder einmal - gegen eine Dengue-Epidemie. Seit Anfang des Jahres starben landesweit etwa 230 Menschen an den Folgen der Infektion.

Mehr als 740.000 Fälle wurden bis Mitte April registriert. Zwar sind das knapp 50 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum 2013, aber mehr als doppelt so viele wie 2014.

Brasilien kämpft wie rund andere 100 Tropen- und Subtropenländern in Lateinamerika, Südostasien, Zentralafrika und der Pazifikregion permanent gegen die tückische Krankheit. Übertragen wird Dengue vor allem von der Tigermücke (Aedes aegypti).

"Bei Hitze und Feuchtigkeit vermehren sich die Moskitos viel schneller", sagt Giovanini Coelho, der das nationale Dengue-Kontrollprogramm leitet. Der brasilianische Gesundheitsminister Arthur Chioro setzt auf die anstehende trockenere Jahreszeit und kältere Temperaturen.

Die Statistiken für die zweite Aprilhälfte und Mai stünden allerdings noch aus - für diese Zeit sei mit weiter steigenden Zahlen zu rechnen, so der Minister.

Danach werde es sicher ruhiger, wie der Infektiologe Benedito Fonseca der Zeitung "Folha de São Paulo" sagte. "Die epidemiologischen Daten zeigen, dass sich die Dengue-Krankheit von Anfang Juni an stark zurückzieht und an einigen Orten sogar ganz verschwindet."

 Doch die Dengue-Welle folgt dem Jo-Jo-Prinzip: Wird es wieder wärmer und feuchter, werden sich die Mücken wieder vermehren.

Insektenspray schreckt die Moskitos zwar ab. Doch am wirksamsten ist es, die Vermehrung der Tigermücken in den heiß-feuchten Jahreszeiten zu stoppen.

Die Mücke nutzt jede Wasseransammlung, sei es in Untersetzern für Blumentöpfe, offenen Flaschen, Wassertanks oder gestapelten Autoreifen, zur Eiablage. Solche potenziellen Brutstätten trockenzulegen, ist daher die wichtigste Maßnahme.

Dengue-Viren breiten sich weltweit immer mehr aus, berichtet die WHO. Einen ersten Impfstoff gegen die Infektion könnte es schon dieses Jahr geben, hat Professor Tomas Jelinek vom Berliner Centrum für Tropenmedizin (BCRT) beim DGIM-Kongress berichtet.

Die tetravalente Vakzine ChimeriVax™ von Sanofi Pasteur reduzierte in Studien die Erkrankungsrate um 56 Prozent. (dpa/eis)

Mehr zum Thema

Robert Koch-Institut

Hepatitis-C: Diese Bevölkerungsgruppe ist am häufigsten betroffen

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Auswahl an gesunden pflanzlichen Lebensmitteln: Superfoods, verschiedene Obstsorten und Beeren, Nüsse und Samen.

© alicja neumiler / stock.adobe.com

Gepoolte Studien-Analyse

Vegetarische Ernährung und Krebsrisiko: Nicht immer ist pflanzlich besser!