Direkt zum Inhaltsbereich

Natürliche Killerzellen

Kann man Melanome durch Vitiligo abtöten?

Menschen mit der Vitiligo-Erkrankung haben ein geringeres Risiko an Melanomen zu erkranken. Forscher glauben, diese Krankheit könnte man dazu nutzen, auch bei Nicht-Vitiligo-Patienten diese zu verhindern.

Veröffentlicht:
Killerzellen, wie diese hier, töten bei Vitiligo Pigmentzellen ab. Das könnten Ärzte gegen Melanome einsetzen.

Killerzellen, wie diese hier, töten bei Vitiligo Pigmentzellen ab. Das könnten Ärzte gegen Melanome einsetzen.

© Juan Gärtner / fotolia.com

BONN. Forscher der Universität Bonn und der LMU München haben einen Mechanismus entschlüsselt, der neue Einblicke in das Entstehen von Vitiligo und Optionen für die Melanom-Therapie eröffnen könnte, teilt die Uni Bonn mit. Die Wissenschaftler haben beobachtet, dass auch natürliche Killerzellen ein immunologisches Gedächtnis für das körpereigene Gewebe haben.

Sie konnten nachweisen, dass sich diese Abwehrzellen bei häufigerem Kontakt mit einem spezifischen Kontaktallergen an Pigmentzellen "erinnern" (Immunity 2016; online 7. Juni).

Bei Sonneneinstrahlung bildet das Pigmentzell-Enzym Tyrosinase bekanntermaßen Pigmente in der Haut. Der Wirkstoff Monobenzon könne dieses Enzym spezifisch blockieren und dadurch eine Stressreaktion auslösen. Daraufhin greife das Immunsystem die betroffenen Pigmentzellen an.

Eine häufige Folge sei Vitiligo, die zu pigmentfreien Flächen auf der Haut führe, heißt es in der Mitteilung der Universität.

Kann man Vitiligo bewusst auslösen, um Melanome zu verhindern?

Menschen mit Vitiligo hätten ein geringeres Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Ein möglicher Weg zur Behandlung dieser Krebsart könnte es somit sein, mit dem Tyrosinase-Blocker Monobenzon Vitiligo aktiv auszulösen.

"Man möchte also eine weniger schlimme Erkrankung als Waffe gegen den Schwarzen Hautkrebs einsetzen", wird Dr. Jasper van den Boorn vom Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie der Universität Bonn zitiert. (mmr)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Immuncheckpointhemmer plus Neoantigentherapie

mRNA-Impfung bei Melanomen: Vorboten eines neuen Standards?

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Achtung vor RLS-Mimics

Restless-Legs-Syndrom: Mit 5 Kriterien zur Diagnose

Lesetipps
Eine auswahl frischer, unverarbeiteter Lebensmittel mit antioxidativen Wirkungen.

© bit24 - stock.adobe.com

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Cristiano Ronaldo schießt auf das Tor von Manuel Neuer.

© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Matthias Hangst

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Spitzensport schützt – und hinterlässt Spuren