Zahnmedizin

Karies liegt auch an den falschen Genen

Nicht nur Bakterien, auch mutierte Gene können zu Defekten im Zahnschmelz führen und damit Karies begünstigen.

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Die Angst vorm Bohren aufgrund von Karies ist für viele das Schlimmste am Zahnarztbesuch.

Die Angst vorm Bohren aufgrund von Karies ist für viele das Schlimmste am Zahnarztbesuch.

© K.-U. Häßler / Fotolia.com

ZÜRICH. Den für die Bildung von Zahnschmelz verantwortlichen Genkomplex haben Forscher der Universität Zürich identifiziert. Dazu verwendeten sie Mäuse mit unterschiedlichen Mutationen in den Schmelz-Proteinen, die am sogenannten Wnt-Signalweg beteiligt sind (Sci Signal 2017, 10:465).

Dieser Signalweg ist für die embryonale Entwicklung essenziell und spielt auch bei der Entstehung von Krebs oder körperlichen Fehlbildungen eine zentrale Rolle. "Alle Mäuse mit Mutationen in diesen Proteinen zeigen Schmelzdefekte an ihren Zähnen. Damit konnten wir aufzeigen, dass ein direkter Zusammenhang besteht zwischen Mutationen in den genetischen Bauplänen für diese Proteine und der Entwicklung von Defekten im Zahnschmelz", so Pierfrancesco Pagella, einer der beiden Erstautoren der Studie, in einer Mitteilung der Universität Zürich.

Erhöhtes Kariesrisiko bei defektem Zahnschmelz

Zahnschmelz bildet sich bekanntermaßen durch die Mineralisation spezifischer Schmelzproteine. Ist die äußerste Schicht der Zähne defekt, kann Karies eindringen. Diese Defekte untersuchten die Wissenschaftler detailliert: "Dabei zeigte sich, dass drei bestimmte, am Wnt-Signalweg involvierte Proteine nicht nur an der Entstehung schwerer Krankheiten beteiligt sind, sondern auch an der qualitativen Verfeinerung von Gewebe, das sehr weit entwickelt ist. Funktioniert die Signalübertragung nicht richtig, kann sich die Struktur des Zahnschmelzes verändern", so Ko-Erstautor Claudio Cantù in der Mitteilung.

Die Härte und Zusammensetzung des Zahnschmelzes könne sich auch auf das Fortschreiten von Karies auswirken. "Wir haben aufgezeigt, dass Karies nicht nur im Zusammenhang mit Bakterien steht, sondern auch mit der Widerstandsfähigkeit des Zahnes verbunden ist", sagt Thimios Mitsiadis, Professor für Orale Biologie vom Züricher Zentrum für Zahnmedizin. Bakterien und ihre toxischen Produkte könnten leicht in einen Zahnschmelz mit einer weniger stabilen Struktur eindringen. Dies führe zu kariösen Läsionen, selbst wenn die Mundhygiene eingehalten werde. Die Forscher hoffen nun, mit neuen Mundgesundheitsprodukten die Kariesprävention voranzubringen. (mmr)

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