Direkt zum Inhaltsbereich

Karneval und Alkohol: Diabetikern droht Unterzuckerung

NEU-ISENBURG (eis). In der Faschingszeit wird oft reichlich Alkohol getrunken. Bei Insulin- oder Sulfonylharnstoff-Therapie kann das im Extremfall lebensgefährlich sein. Patienten müssen über die erhöhte Hypoglykämie-Gefahr aufgeklärt werden.

Veröffentlicht:
Schnaps bei der Weiberfastnacht: Diabetiker müssen besonders aufpassen.

Schnaps bei der Weiberfastnacht: Diabetiker müssen besonders aufpassen.

© Ralph Lueger / imago

Schon ab Blutalkoholspiegeln von 0,45 Promille ist die Zuckerfreisetzung im Körper gestört, betont Privatdozent Dr. Rainer Lundershausen, Pressesprecher der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG).

Er rät bei erhöhtem Unterzuckerungsrisiko durch Medikamente nicht mehr als zwei Gläser alkoholhaltiger Getränke zum Beispiel abends zu trinken. Wird mehr konsumiert, müsse die Medikamentendosis reduziert werden.

Wird Langzeitinsulin zur Nacht gespritzt, lässt sich die Dosis halbieren. Sulfonylharnstoffe sollten ganz weggelassen werden, sagte der Diabetologe der "Ärzte Zeitung". Alkohol könne besonders nachts die Hypoglykämie-Wahrnehmung stören.

Partner, Freunde und Kollegen von Diabetikern sollten über Hypoglykämie-Zeichen und Gegenmaßnahmen aufgeklärt sein. Zu empfehlen sind Traubenzucker (2 bis 4 Täfelchen) oder gesüßte Obstsäfte oder Limonaden (200 bis 400 ml).

Bei nicht mehr ansprechbaren Patienten ist das wegen der Aspirationsgefahr obsolet. Anzuraten ist, ein Glucagon-Notfallset mitzuführen. Das Risiko bei Hypoglykämien hängt von der Ausprägung vaskulärer Folgeschäden ab.

Ausgelöst werden können Schlaganfälle und Herzrhythmusstörungen mit der Folge eines plötzlichen Herztods.

Experten-Chat zu Alkohol und Hypoglykämien am 17. Februar von 17 bis 19 Uhr auf www.diabetesde.org

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Weniger Spätkomplikationen

Frühe HbA1c-Kontrolle zahlt sich aus

Potenzielle Über- und Untertherapie

Medikation des Typ-2-Diabetes wird im Alter zu selten angepasst

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie können Ärzte Einsamkeit erkennen und ansprechen, Professor Adli?

Lesetipps
Rote Beete Wurzel, rote Beete Würfel, rote Beete Scheiben und rote Beete Saft.

© Daniel Vincek / stock.adobe.com

Fallbericht

Eine fast fatale Gemüse-Überdosis

Ausgestreckte Hand gegenüber einer Impfspritze.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Lipoprotein(a)-Partikel

© Juan Gärtner / stock.adobe.com

Cholesterin

Intensive LDL-Senkung bei hohem Lp(a): Warum das schwierig werden kann