Kein Krebs durch Metall-Prothesen

Lassen Endoprothesen das Krebsrisiko steigen? Bislang wurde das befürchtet. Nun haben Wissenschaftler diesen Verdacht entkräftet: das Krebsrisiko sinkt sogar.

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H-TEP aus Metall: Kein erhöhtes Krebsrisiko.

H-TEP aus Metall: Kein erhöhtes Krebsrisiko.

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BRISTOL (EO). Wer Hüftimplantate mit Metall-auf-Metall-Gleitpaarungen (MoM-Implantate) im Körper trägt, muss offenbar kein erhöhtes Krebsrisiko befürchten.

Entwarnung geben Forscher aus Bristol: Sie hatten Patienten mit Metall-Metall-Prothesen (Schaftimplantate und Kappenprothesen) einerseits mit der Allgemeinbevölkerung verglichen, andererseits mit Trägern von Hüftprothesen aus anderen Materialien.

Die Studie mit knapp 300.000 Implantatträgern erstreckte sich über sieben Jahre. Ein Jahr nach der Hüft-Op war die Krebsrate bei den Teilnehmern sogar niedriger als für die altersgleiche Allgemeinbevölkerung (1,25 zu 1,65 Prozent).

Innerhalb von fünf Jahren betrug die Rate neu diagnostizierter Malignome für MoM-Schaftprothesen 5,65, für den Metall-auf-Metall-Oberflächenersatz 3,34. Für andere Materialien lag die Krebsrate sogar höher: bei 8,17.

Übeltäter Metallionen?

Eine Kappenprothese war bei knapp 20.000 Patienten implantiert worden, eine Metall-Metall-Schaftprothese bei etwas über 21.000. Das Gros der Patienten trug Prothesen mit anderen Materialpaarungen (BMJ 2012; 344: e2383).

Die Autoren widerlegen damit eine lang gehegte Befürchtung: Nach früheren Untersuchungen gelangen aus Hüftimplantaten abgeriebene Schwermetallpartikel - meist Kobalt und Chrom - über das Blut in Organe wie Leber, Niere und Harnblase.

Man hatte vermutet, dass herausgelöste Metallionen das Erbgut schädigen und somit das Krebsrisiko erhöhen.

Überraschenderweise war gerade bei jüngeren Patienten mit Kappenprothesen aus Metall die Krebsgefahr besonders gering, sowohl für Prostatakrebs als auch für Lymphome, Myelome, Leukämie sowie für das kombinierte Risiko "alle Krebsarten".

Die Autoren hatten das National Joint Register of England and Wales ausgewertet. Sie hatten es bereits als Grundlage für ihre kürzlich im Lancet publizierte Studie genutzt.

Darin hatten sie vor allem bei jüngeren Patienten erhöhte Revisionsraten für Schaftprothesen aus Metall-Metall-Paarungen nachgewiesen (Lancet 2012; 379 (9822): 1199- 1204).

Quelle: www.springermedizin.de

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