Kinder reagieren besonders empfindlich auf Insulin

BERLIN (hbr). Kinder mit Diabetes sind besonders insulinempfindlich. Und sie brauchen als schnell wirkendes Insulin zu den Mahlzeiten oft verschiedene Bolusinsuline, um den Blutzucker sicher einzustellen.

Veröffentlicht:

Diabetes bei Kindern laufe anders als bei Erwachsenen, sagt Professor Thomas Danne vom Kinderkrankenhaus Auf der Bult in Hannover: "Das müssen wir bei der Therapie berücksichtigen." Ob ein Kind zum Beispiel eine Mahlzeit aufisst oder sogar mehr isst, weil es ein Stück Kuchen erwischt: Das lässt sich weniger steuern als bei Erwachsenen, so der Kinderdiabetologe bei der Tagung der deutschen Diabetesgesellschaft in Berlin.

Mit beiden Insulinen lässt sich die Therapie anpassen. So erreicht Normalinsulin sein Wirkmaximum nach etwa zwei Stunden, der Haupteffekt ist nach etwa vier Stunden verbraucht. Das passt in den Schulvormittag, weil die Injektion um sieben Uhr auch das Frühstück in der Neun-Uhr-Pause noch abdeckt. Das erspart dem Kind eine Injektion in der Pause, so Danne bei einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly.

Die Essmenge lässt sich bei Kindern schwer vorausahnen.

Mittags dagegen entscheiden Kinder oft erst beim Essen, wie viel Hunger sie haben. Dafür liefert ein Analoginsulin wie Insulin lispro (Humalog®) die Freiheit: Es flutet nach etwa 15 Minuten an, die Wirkung ist auf die ersten beiden Stunden konzentriert. Es kann also vor dem Essen gespritzt werden oder hinterher, wenn die verzehrte Menge berechenbar ist.

Zusätzliche Sicherheit für die Therapie bietet der neue Lispro-Insulinpen (HumaPen® Luxura HD). Er erlaubt eine Dosierung in halben Einheiten, so Kerstin Walte aus Hannover. Denn Typ-1-Diabetiker, vor allem Kinder, sind meist sehr insulinempfindlich und brauchen eine exakte Dosierung: Eventuell senkt eine einzige Einheit Insulin, besonders nachts, den Blutzucker bis zu 100 mg/dl.

Der Pen ist stabil, leicht zu handhaben und die eingestellte Dosis ohne Insulinverlust korrigierbar. Ein kindgerechtes Diabetes-Tagebuch und ein Elternratgeber helfen Anfängern, mit Diabetes zurecht zu kommen.

Zudem erleichtert eine Drehscheibe die Ernährung: Sie liefert Informationen zum eingestellten Lebensmittel. Zum Beispiel: Ein Becher Kinderjoghurt entspricht einer Kohlenhydrat-Einheit (KHE), 15 Gummibärchen entsprechen zwei KHE.

Mehr zum Thema

Große Metaanalyse

Leicht gesteigertes Diabetesrisiko unter Statintherapie

Stoffwechselstörung als Risikofaktor

Mehr Klinikeinweisungen wegen Herpes Zoster bei Diabetes

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird

Risikoanalyse

Komplikation nach Hernien-Operation: Wer ist gefährdet?

Lesetipps
Mehrkosten für die Entbudgetierung der hausärztlichen Versorgung seien Investition in den Erhalt der Praxen, betont Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. 

© Michael Kappeler / dpa

Kabinett winkt GVSG durch

Lauterbach macht Hausarztpraxen Mut: „Jede Leistung wird bezahlt“

Brücke zwischen zwei Steilklippen. Auf der Brücke stehen zwei Menschen.

© Usman / stock.adobe.com

Aktuelle Forschung

Antikörper – die Verkuppler der Krebsmedizin

Heiße Nächte können nicht nur nervig sein. Sie gehen auch mit einem höheren Risiko für Schlaganfälle einher, so das Ergebnis einer Studie aus München und Augsburg.

© samuel / stock.adobe.com

Studie mit Daten zu 11.000 Schlaganfällen

Tropische Nächte sind offenbar ein Risikofaktor für Schlaganfälle