Kinder von Teenager-Vätern sind häufig Frühgeburten

OTTAWA (gvh). Ist der Vater noch Teenager, ist das Risiko erhöht, dass das Kind zu früh geboren wird und bereits im ersten Jahr nach der Geburt stirbt. Das hat eine retrospektive Studie bei mehr als zwei Millionen lebend geborenen Kindern ergeben.

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Schon seit längerem bekannt ist der Zusammenhang zwischen einer Vaterschaft in fortgeschrittenem Alter über 40 Jahre und angeborenen Anomalien wie Down-Syndrom oder Herzfehler. Die Auswirkungen einer frühen Vaterschaft auf die Entwicklung des Kindes wurde dagegen bislang wenig untersucht.

Unreife der Spermien wird als mögliche Ursache diskutiert.

Eine Arbeitsgruppe um Dr. Xi-Kuan Chen von der Universität in Ottawa in Kanada berichtet nun über Studienergebnisse, wonach bei den Kindern sehr junger Väter unter 20 Jahren im Vergleich zu Vätern zwischen 20 und 29 Jahren das Risiko erhöht ist für:

  • eine Frühgeburt, und zwar um relative 15 Prozent. Bei nahezu zehn Prozent der sehr jungen Väter wurden die Kinder vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren, aber bei nur acht Prozent der älteren Väter.
  • ein niedriges Geburtsgewicht, und zwar um relative 13 Prozent. Bei etwa 1 Prozent der jungen Väter lag das Gewicht der Kinder unter 1500 g, aber bei nur 0,8 Prozent der älteren.
  • einen post-neonatalen Tod, und zwar um relative 41 Prozent. Bei 0,2 Prozent der sehr jungen Väter starb das Kind zwischen dem 28. und 364. Tag nach der Geburt, aber nur bei 0,1 Prozent der älteren Väter.

Diese Geburtsrisiken je nach Lebensalter der Väter traten unabhängig von mütterlichen Risikofaktoren auf. Die kanadischen Forscher vermuten als mögliche Ursache die Unreife der Spermien der Teenager. Damit verbunden könnten potenziell nachteilige Veränderungen in der väterlichen Genexpression im Embryo sein, die zu einer mangelhaften Ausbildung der Plazenta führen.

Weitere Gründe für die Geburtsrisiken könnten nach Einschätzung der Wissenschaftler der oft schlechte sozioökonomische Hintergrund von sehr jungen Vätern sein sowie die schlechte emotionale und finanzielle Unterstützung der Mutter oder der Konsum von Zigaretten, Alkohol und Drogen. Solche Faktoren seien bei älteren Vätern seltener zu erwarten, berichten die Forscher online in der Zeitschrift "Human Reproduction".

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