Epilepsie

Kognitive Defizite bestehen schon zu Krankheitsbeginn

BONN (eb). Epilepsiepatienten haben schon zu Erkrankungsbeginn ein hohes Risiko für kognitive Funktionsstörungen. Erstaunlich: die Diskrepanz zwischen Selbsturteil und objektiven Tests.

Veröffentlicht: 01.09.2012, 10:02 Uhr

Forscher aus Bonn untersuchten 247 neu erkrankte Patienten neurologischer Praxen mit einem neuropsychologischen Kurztest auf Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen (EpiTrack), mit einem kurzen Gedächtnistest und einer kognitiven Selbstbeurteilungsskala (J Neurol. 2012, online 12. Mai).

Den objektiven Tests zufolge hatten fast 20 Prozent der Patienten bei Aufmerksamkeit und exekutiven Funktionen leichte und weitere 30 Prozent deutliche Defizite, ähnlich bei den Gedächtnisleistungen.

In den subjektiven Untersuchungen schilderten nur 25 Prozent der Patienten kognitive Defizite, die sie zudem überwiegend als leicht klassifizierten.

Die Stärke dieser Studie sei, dass neu erkrankte Patienten aus neurologischen Praxen untersucht wurden, so Dr. Martin Lutz aus Radeberg in einem Kommentar (Der Neurologe und Psychiater 2012; 13 (7-8): 25).

Die kognitiven Defizite unterschieden sich kaum von denen nach langjähriger Epilepsie. Durch Tests zu Erkrankungsbeginn könne ein Bezugspunkt der kognitiven Leistungsfähigkeit objektiviert werden.

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