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Pilz-Infektion

Kokzidioidomykose breitet sich in Kalifornien aus

Eine Pilzerkrankung mit seltenen aber potenziell schweren Komplikationen breitet sich in Kalifornien aus, warnen die US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Vor allem Immungeschwächten wird zur Vorsicht geraten.

Von Dr. Sandra Witteck und Prof. Dr. Tomas Jelinek Veröffentlicht:
Rückansicht eines Patienten mit Kokzidioidomykose: Die Erkrankung wird durch die Pilze Coccidioides immitis und C. posadasii verursacht.

Rückansicht eines Patienten mit Kokzidioidomykose: Die Erkrankung wird durch die Pilze Coccidioides immitis und C. posadasii verursacht.

© CDC/ Dr. Brodsky

DÜSSELDORF. Die Fallzahlen der Pilzkrankheit Kokzidioidomykose sind in den vergangenen Jahren vor allem in Zentralkalifornien stark angestiegen. Nach 5700 Erkrankungen im Jahr 2016 wurden 2017 insgesamt 7500 und im vergangenen Jahr mehr als 8100 Erkrankungen gemeldet. Besonders betroffen war das Kern County nördlich von Los Angeles, außerdem die Counties Los Angeles, Fresno, Tulare und San Luis Obispo, berichtet die „International Society for Infectious Diseases“. Insgesamt wurden 2017 in den USA rund 14.360 Fälle registriert, so die CDC, die meisten davon in Kalifornien und Arizona.

Die Gesundheitsbehörden vermuten mehrere Gründe für die Zunahme der Erkrankungszahlen. So hätten Niederschläge das Wachstum und die Verbreitung der Pilze gefördert. Mehr Menschen würden sich in Risikoregionen aufhalten und eine erhöhte Aufmerksamkeit würde zu mehr Diagnosen der Erkrankung führen.

Die Kokzidioidomykose wird durch die dimorphen Pilze Coccidioides immitis und C. posadasii verursacht, die in Trockengebieten der südwestlichen USA sowie in Zentral- und Südamerikas im Erdreich verbreitet sind. Die Infektion erfolgt vorwiegend durch die Inhalation von sporenhaltigem Staub. Etwa 60 Prozent der Fälle verlaufen asymptomatisch, bei den verbleibenden 40 Prozent treten grippeartige Symptome wie Fieber, Husten und Schüttelfrost auf, zudem kann sich eine Pneumonie mit Pleuritis manifestieren. Gegebenenfalls entwickeln sich begleitend entzündliche Hautveränderungen oder eine Arthritis („Wüstenrheumatismus“).

In seltenen Fällen disseminiert die Erkrankung in die Haut, die Knochen oder das zentrale Nervensystem (Meningen). Ein Risiko für einen schweren Verlauf haben insbesondere immungeschwächte Personen wie alte Menschen und Immunsupprimierte.

Bei immunkompetenten Personen verläuft die Kokzidioidomykose in der Regel milde und heilt von selbst aus. Ist eine Therapie erforderlich, so ist Itraconazol das Mittel der ersten Wahl, bei einem lebensbedrohlichen Verlauf wird Amphotericin B eingesetzt. Eine spezifische Prophylaxe ist nicht möglich, Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sollten bekannte Endemiegebiete meiden.

Die Autoren arbeiten für das CRM Centrum für Reisemedizin

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