Ernährungsmedizin

Kollegen-Tip: So klappt‘s mit der LDL-Reduktion

MÜNCHEN (wst). Bekanntlich ist LDL-Cholesterin für die Atherogenese von zentraler Bedeutung. Doch wann und wie weit sollte es gesenkt werden? Und: Sollten auch Kinder mit erhöhtem LDL medikamentös behandelt werden?

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Antworten auf solche und weitere paxisrelevante Fragen zu KHK gab es auf der Münchener Herbstveranstaltung der Fortbildungsserie Pri-Med-Update, deren Medienpartner die "Ärzte Zeitung" ist. Für die mit neun CME-Fortbildungspunkten zertifizierte Veranstaltung hatten sich etwa 500 Kollegen angemeldet.

Eine schnell und einfach mögliche Orientierung, welcher LDL-Spiegel bei welchem Patienten angestrebt werden sollte, erlauben etwa die Vorgaben des US-amerikanischen NCEP ATP III (National Cholesterol Education Program Adult Treatment Panel). Darauf wies Professor Claus Luley von der Uni Magdeburg hin.

In Übereinstimmung mit internationalen und deutschen Leitlinien sollte demnach in der Sekundärprävention - also bei Patienten mit manifester KHK oder Diabetes mellitus - grundsätzlich ein LDL unter 100 mg erreicht werden. In der Primärprävention hängt dagegen gemäß NCEP ATP III der LDL-Zielwert davon ab, wie viele von fünf KHK-Risikofaktoren ein Patient hat: HDL-Cholesterin unter 40 mg/dl, behandlungsbedürftige Hypertonie (ab 140/90 mmHg), Zigarettenrauchen, frühzeitige manifeste KHK bei Verwandten ersten Grades (unter 55 Jahren bei männlichen, unter 65 Jahren bei weiblichen Verwandten); Alter des Patienten über 45 Jahre bei Männern und über 55 Jahre bei Frauen. Hat ein Patient, bei dem es um die Frage der Primärprävention geht, zwei oder mehr Risikofaktoren, sollte ein LDL von unter 130 mg/dl angestrebt werden. Bei einem oder keinem der aufgelisteten Risikofaktoren genügt üblicherweise ein LDL-Zielwert von unter 160.

Aufwendiger, aber wohl auch differenzierter läßt sich das KHK-Risiko für die Primärprävention und die Behandlungsbedürftigkeit nach dem PROCAM-Score ableiten. Der Score steht auf www.chd-taskforce.com - auch in deutscher Sprache.

Hat Lebensstiländerung keinen Erfolg, gibt es Medikamente

Zunächst sollte versucht werden, Risikofaktorprofile und die davon abhängigen LDL-Zielwerte ohne Medikamente in den grünen Bereich zu bringen. Das betonte als zweiter Referent der niedergelassene Allgemeinarzt und Sportmediziner Dr. Karl Hermann Hüttig aus Oberstdorf. Können Patienten Lebensstiländerungen wie gesündere Ernährung und mehr Bewegung nicht umsetzen oder gibt es nach einem halben Jahr keinen Erfolg, ist eine medikamentöse Intervention gerechtfertigt, vorzugsweise mit Statinen, wie Hermann sagte.

Reichen Statine in empfohlener Dosierung nicht aus, um etwa die strengen LDL-Zielvorgaben der Sekundärprävention (unter 100 mg/dl) zu erreichen, ist die Kombination eines Statins mit dem Resorptionshemmer Ezetimib eine hocheffektive Alternative, die - entsprechend begründet - auch von den Kassen akzeptiert werde, so Hüttig.

Und wie ist es nun mit einer Therapie bei Kindern? Im KHK-Risikofaktorenkonzert hat das eigene Alter üblicherweise weitaus mehr Gewicht als eine positive Familienanamnese, so Luley. Das spiegele sich auch in der empirisch begründeten Ansicht wider, wonach Kinder und Jugendliche selbst bei deutlich erhöhten Cholesterinwerten üblicherweise noch keiner medikamentösen Therapie bedürfen. Sofern Xanthelasmen und Xanthome als wichtige Indikatoren einer seltenen frühen KHK-Manifestation fehlten, könne mit einer medikamentösen Lipidsenkung nach jetziger Erkenntnis guten Gewissens zumindest bis zum 30. Lebensjahr gewartet werden.

Die nächsten Veranstaltungen von Pri-Med: am 7. März 2007 in Hannover; am 28. März 2007 in Frankfurt / Main; am 25. April in Leipzig. Infos und Anmeldung: Pri-Med Updates, Bettinastr. 35-37, 60325 Frankfurt / Main, Tel.: 018 05 / 873 283, Fax: 0 18 05 / 000 979, www.Pri-Med.de, E-Mail: Anmeldung@Pri-MedUpdates.de

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