Direkt zum Inhaltsbereich

Krebsregister erfasst systematisch Spätfolgen der Bestrahlung

HANNOVER (grue). Nach Ansicht von Strahlentherapeuten sollten die Spätfolgen der Bestrahlung systematisch erfasst werden. Ein Beispiel dafür ist das RiSK-Register der Universität Münster. In dem Projekt werden prospektiv die Nebenwirkungen von Strahlentherapien bei Kindern und Jugendlichen erfasst.

Veröffentlicht:

Die hohen Heilungsraten in der Onkologie werden nach Angaben von Professor Johann Karstens aus Hannover oft nur durch kombinierte Therapien mit Op, Krebsmedikamenten und Bestrahlung erreicht. Dabei treten außer akuten unerwünschten Wirkungen häufig auch Spätfolgen der Strahlentherapie auf. Diese schränken die Lebensqualität ein, aber sind bisher wenig untersucht worden. Es handelt sich in Abhängigkeit vom bestrahlten Gewebe um Narben, Organschäden oder neurologische Störungen, die teils erst Jahre nach der Bestrahlung auftreten.

"Die Spätfolgen sollten systematisch erfasst und der verwendeten Bestrahlungstechnik und Strahlendosis zugeordnet werden, um so besonders risikoreiche Verfahren zu identifizieren", sagte Karstens, Präsident des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie bei der Tagung der Gesellschaft.

Einen Anfang macht das RiSK-Register, das prospektiv die Nebenwirkungen von Strahlentherapien bei Kindern und Jugendlichen erfasst. In dem von der radioonkologischen Klinik der Uni Münster geleiteten Projekt sind 761 Bestrahlungsprotokolle archiviert. 742 Kinder aus 59 Zentren sind zudem in eine Nachbeobachtungsstudie aufgenommen worden.

Man wolle so mehr über Strahlen-Nebenwirkungen bei Kindern wie Wachstumsretardierung und soziale Entwicklungsverzögerung erfahren, sagte Professor Normann Willich aus Münster. Insgesamt liege die Rate an schweren Spätkomplikationen aber deutlich unter fünf Prozent und müsse in Relation zu den verbesserten Heilungschancen nach Bestrahlung gesehen werden.

Der hannoversche Kongress spiegelte das weltweite Interesse an der Forschungsrichtung "Cancer Survivorship" wider. Sie hat ihren Ursprung in den USA. Dort leben derzeit über zehn Millionen Menschen, bei denen Krebs erfolgreich therapiert worden ist. Für sie werden jetzt spezifizierte Nachsorgepläne erstellt. Seit Jahresbeginn gibt es mit "The Journal of Cancer Survivorship" eine Fachzeitschrift zu diesen Themen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Personalisierte mRNA-Therapien

Verheißungsvolle RNA-Krebsimpfstoffe: Wo steht die Forschung gerade?

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Cannabis

Cannabinoide bei Schmerzen: Wann einsetzen, wie dosieren?

Lesetipps
Steve Roczen und MFA-Auszubildender

© Zentrum Familienmedizin GbR

Porträt

Steve Roczen: Darum ist der MFA-Beruf für Männer interessant

Ein gedeckter Tisch mit Gemüse

© san_ta / Stock.adobe.com

Metaanalyse

Ist eine vegetarische oder vegane Ernährung gut für Kinder?