Kunsttherapie hilft, mit Pinsel und Farbe Ängste zu meistern

Kinder, deren Mutter oder deren Vater an einer bipolaren Störung erkrankt ist, können die familiäre Situation häufig nicht richtig einschätzen. Ein Projekt in München unterstützt solche Kinder.

Von Maria Schoppmeyer Veröffentlicht:
Durch künstlerisches Gestalten können Kinder ihre Gefühle leichter benennen.

Durch künstlerisches Gestalten können Kinder ihre Gefühle leichter benennen.

© Foto: Jose Manuel Gelpi www.fotolia.de

Kinder von bipolar erkrankten Eltern leiden oft unter Schuldgefühlen, beziehen das Verhalten der Eltern auf sich selbst, fühlen sich einsam und hilflos. Um Betroffene zu unterstützen, wurde an der TU München ein kunsttherapeutisches Projekt ins Leben gerufen.

An der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie können Kinder, deren Mutter oder Vater stationär in der Klinik behandelt werden, an einem offenen Gruppenangebot teilnehmen. Mit verschiedenen Farbmaterialien, Ton, Holz und Papier lernen sie, sich künstlerisch auszudrücken. Voraussetzung ist eine Teilnahme an dem Programm über mindestens acht Wochen.

Das künstlerische Gestalten helfe den Kindern, ihre Gefühle und Ängste zu benennen und eine Sprache für das Erlebte zu finden, erläuterte die Kunsttherapeutin Christine Rath-Sattler von der TU München auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Erkrankungen in Dresden. Kurzfristig könne man die Kinder so in einer schwierigen Situation unterstützen und ihnen Sicherheit geben. Langfristiges Ziel sei es, das Selbstvertrauen und die Eigenständigkeit zu stärken sowie die persönliche Entwicklung zu fördern.

Ein weiteres wichtiges Element des Gruppenangebotes ist die Psychoedukation der Kinder. Dabei steht die kindgerechte Aufklärung durch einen Arzt der Klinik im Vordergrund. Das krankheitsbedingte Verhalten von Mutter oder Vater, mögliche Schuldgefühle der Kinder an diesem Verhalten, latente Verlustängste und weitere individuelle Probleme können über die Bilder thematisiert werden.

Die Kunsttherapie ersetze keine Psychotherapie, so Rath-Sattler. Jedoch können schwer wiegende Probleme der Kinder früh erkannt, und die zusätzliche Betreuung durch einen Kinder- und Jugendtherapeuten kann angeregt werden. Auch die Eltern seien meist dankbar über das kunsttherapeutische Angebot für ihren Nachwuchs.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

US-Analyse

Schweres Schädelhirntrauma – erhöhtes Risiko für Hirntumoren

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen