Leitlinien kommen Infarkt-Patienten zugute

BARCELONA (ner). Ein Herzinfarkt wird wahrscheinlicher überlebt, wenn leitliniengerecht behandelt wird und Notärzte, Kliniker und ambulant tätige Ärzte optimal zusammenarbeiten. Dann sinken die Sterberaten, wie in zwei Studien nachgewiesen worden ist.

Veröffentlicht:

"Mit jeden zehn Prozent mehr Leitlinien-Compliance eines Krankenhauses sinkt die Sterberate im Krankenhaus um zehn Prozent", sagte der US-Kardiologe Professor Charles Pollack vom Pennsylvania Hospital in Philadelphia beim Weltkongreß der Kardiologen in Barcelona. Er bezog sich dabei auf die CRUSADE-Studie, an der 350 Krankenhäuser in den USA mit 65 000 Herzinfarktpatienten beteiligt waren ("JAMA" 295, 2006, 1867).

Die Leitlinien-Treue der Zentren war in einem Punktwert mit vier Quartilen abgebildet worden, so Pollack bei einem von den Unternehmen Sanofi-Aventis und Bristol-Myers Squibb unterstützten Symposium. Die Sterberate in Kliniken mit geringer Leitlinien-Treue betrug 6,3 Prozent, bei weitgehend leitliniengerechter Therapie jedoch 4,1 Prozent.

Eine Untersuchung in Wien bestätigt das. In einem Ambulanzsystem sei es bei Patienten mit Verdacht auf einen ST-Hebungsinfarkt gelungen, nach Implementierung der aktuellen Leitlinien 87 Prozent der Patienten rechtzeitig mit einer Reperfusions-Therapie (Angioplastie oder Thrombolyse) zu behandeln, sagte Pollack. Vorher waren es 66 Prozent. Dadurch wurde die Sterberate im Krankenhaus von 16 auf 9,5 Prozent vermindert (Circulation 113, 2006, 2398) .

Auffällig war der von 16 auf 60 Prozent gestiegene Anteil der Angioplastien nach Einführung der Leitlinien. Zugleich sank der Anteil der Thrombolysen von 51 auf 27 Prozent. Innerhalb von zwei bis drei Stunden nach Symptombeginn waren beide Verfahren gleich gut.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© DG FotoStock / shutterstock

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Herz mit aufgemalter Spritze neben Arm

© Ratana21 / shutterstock

Studie im Fokus

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Prävention durch Influenzaimpfung?

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© skynesher | E+ | Geytty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Kardiologie und Hausärzteschaft im Dialog

© Springer Medizin Verlag

Kardiologie und Hausärzteschaft im Dialog

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Puren Pharma GmbH & Co. KG, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

1,1 Millionen Erwachsene befragt

COVID-19: Impfskepsis häufig doch überwindbar

Lesetipps
Ein Mann mit naßgeschwitztem Gesicht und Hemd tupft sich mit einem Tuch die Stirn ab.

© Creatas / Thinkstock

Stufenschema

Das große Schwitzen: Strukturiert gegen Hyperhidrose vorgehen