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Leitlinien zur Sekundärprophylaxe der Apoplexie noch besser gesichert

CHEMNITZ (cin). Die Leitlinien zur Sekundärprävention der zerebralen Ischämie sind aktualisiert worden. Kollegen müssen sich nicht auf Änderungen einstellen. Jedoch sind die Leitlinien durch neue Studiendaten untermauert worden. Darauf hat Professor Hans-Christoph Diener aus Essen hingewiesen.

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Für den Praxisalltag gilt weiterhin: Die Art der Therapie richtet sich nach dem Risikoprofil des Patienten. Das Risiko, ein Jahr nach einem Ereignis erneut eine Apoplexie zu bekommen, kann mit dem Essen-Risiko-Score - anhand einfacher Parameter wie Alter und Bluthochdruck - bestimmt werden (siehe Kasten).

Patienten mit einem ermittelten jährlichen Rezidivrisiko von weniger als vier Prozent sollten als Therapie 50 mg bis 150 mg ASS erhalten, mit einem Risiko ab vier Prozent 50 mg ASS und 400 mg Dipyridamol und mit einem Risiko über vier Prozent und einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit Clopidogrel.

Diskussion um duale Plättchenhemmung

Ein Diskussionspunkt bei der 24. Arbeitstagung für neurologische Intensiv- und Notfallmedizin war, ob eine duale Plättchenhemmung mit Clopidogrel und ASS in der Neurologie sinnvoll ist. "Eine generelle Kombinationstherapie lehne ich ab. Jedoch befürworte ich die Option in besonderen Fällen", sagte Professor Werner Hacke von der Universitätsklinik Heidelberg.

So gebe es zum Beispiel Hinweise, dass Patienten direkt nach einem ischämischen Ereignis besonders von einer Kombinationstherapie profitieren. Der positive Effekt sei aber lediglich für den ersten Monat registriert worden. Ebenfalls sinnvoll sei die Kombination der Präparate etwa bei Patienten nach einer Stent-Einlage.

Bei vaskulärer Komorbidität ist Clopidogrel Mittel der Wahl

Generell empfiehlt Hacke, Patienten, die zum ersten Mal eine TIA oder einen Apoplex haben, mit ASS oder ASS und Dipyridamol zu behandeln. "Wenn zu den genannten Ereignissen eine vaskuläre Komorbidität, etwa in Form einer pAVK hinzu kommt, ist Clopidogrel das Mittel der Wahl", so der Neurologe auf dem von Sanofi-Aventis unterstützten Symposium.

Einen Rat gab Hacke für Patienten, die trotz ASS-Prophylaxe ein ischämisches Ereignis erleben: Aus psychologischen Gründen, um etwas Hoffnung zu geben, würde er die Patienten auf Clopidogrel umstellen. Das Medikament wird von dem Unternehmen als Plavix® angeboten.



Der Essen-Risiko-Score

Das kardiovaskuläre Risiko nach einem Hirninfarkt lässt sich mit Hilfe des "Essen-Risiko-Score" abschätzen. Hat ein Patient einen der folgenden Risikofaktoren, gibt es einen Punkt: Alter zwischen 65 bis 75 Jahre, Bluthochdruck, Diabetes, Infarkt, andere kardiovaskuläre Ereignisse (außer Infarkt und Vorhofflimmern), pAVK, Rauchen und frühere TIA oder früherer Insult. Für ein Alter über 75 gibt es zwei Punkte.

Die Punkte werden addiert. Das jährliche Schlaganfall-Risiko beträgt:

bei null Punkten ein Prozent, bei einem Punkt zwei Prozent, bei zwei Punkten drei Prozent, bei drei Punkten fünf Prozent, bei vier Punkten sechs Prozent, bei fünf Punkten sieben Prozent, bei sechs Punkten zehn Prozent.

Unter vier Prozent bedeutet ein niedriges Risiko, mehr als vier Prozent bedeutet hohes Risiko. (Rö)

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