Direkt zum Inhaltsbereich

Aktuelle Studien

Lyse auch im hohen Alter sinnvoll?

Auch über 90-Jährige mit einem Schlaganfall profitieren noch von Lyse und Thrombektomie.

Veröffentlicht:

BERLIN. Je höher das Alter bei einem Schlaganfall, umso schlechter sind die Chancen, den Insult überhaupt zu überleben und die Klinik in einem guten körperlichen Zustand zu verlassen. Weniger selbstverständlich ist, dass eine intensive Schlaganfalltherapie auch bei Hochbetagten noch hervorragend funktioniert. Die Effektstärken sind tendenziell sogar noch größer als bei jüngeren Patienten. Darauf hat Professor Gerhard Hamann vom Bezirkskrankenhaus in Günzburg hingewiesen.

Der Neurologe erläuterte dies auf der Arbeitstagung Neurologische Intensivmedizin (ANIM) in Berlin anhand einer Reihe aktueller Studien. So sterben nach einer Analyse von über einer halben Million Schlaganfällen im US-amerikanischen Get-with-the-Guidelines-Programm rund drei Prozent der Patienten im Alter von weniger als 50 Jahren in der Klinik. Bei den 70- bis 79-Jährigen sind es etwas mehr als fünf Prozent und bei den über 90-Jährigen sind es bereits mehr als zehn Prozent.

Nur 20 Prozent der Hochbetagten kommen nach dem Schlaganfall wieder ins häusliche Umfeld, die übrigen, sofern sie überleben, benötigen professionelle Pflege. Bei den unter 50-Jährigen können zwei Drittel nach dem Klinikaufenthalt wieder nach Hause, bei den 60- bis 70-Jährigen sind es noch 56 Prozent. Das liegt auch daran, dass über die Hälfte der hochbetagten Patienten schon vor dem Schlaganfall gravierende körperliche Einschränkungen und einen mRS-Wert von 2 oder mehr hatte.

Allerdings ist das Ergebnis bei sehr alten Menschen noch weitaus dramatischer, wenn sie keine optimale Therapie bekommen. So erreichten in einer Studie nur 21 Prozent der Patienten im Alter von über 80 Jahren ohne Lyse einen mRS-Wert von 0-2, mit Lyse waren es 33 Prozent - ein relativer Unterschied von über 60 Prozent. Bei den unter 80-Jährigen blieben 44 Prozent ohne und 56 Prozent mit Lyse ohne größere funktionelle Einschränkungen, der relative Unterschied liegt hier nur bei 27 Prozent. (mut)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Empfehlungen für die Therapie

So holen Sie Ihre Patienten aus der Post-Stroke-Depression

Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo Beyond Imaging

© Beyond

Beyond Imaging

KI-gestützte Prostata- und Kopf-MRT

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Diagnostic Results

© Diagnostic Results

Bioeksen

Molekulare PCR-Diagnostik am PoC

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikopatienten identifizieren

Osteoporose: So verhindern Sie die (nächste) Fraktur

Ein Jahr ePA

Hausarzt berichtet: „ePA gehört zum Praxisalltag“

Lesetipps
Schematische Darstellung der Lunge mit Bakterienbesiedlung.

© Working Moments / stock.adobe.com

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen