MRT-gestützter Ultraschall zerstört Tumoren und lindert Schmerzen

BERLIN (gwa). Statt Skalpell hochfokussierter Ultraschall: Das kann vielleicht eine Option für Frauen mit Brustkrebs bis zu einer Tumorgröße von 2,5 cm werden. An der Charité in Berlin, die die magnetresonanztomographisch (MRT)- gestützte hochfokussierte Ultraschall-Therapie anbietet, wird voraussichtlich Ende des Jahres eine Phase-II-Studie mit Brustkrebs-Patientinnen begonnen. Angewandt wird die Therapie bereits bei Uterusmyomen sowie bei Knochen- und Lebermetastasen.

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Dr. Susanne Hengst von der Charité beschrieb das Verfahren der "Ärzte Zeitung": Patienten erhalten auf einem Spezialtisch, in dem ein Ultraschall-Applikator eingebaut ist, zunächst eine MRT. Dabei liegen etwa Frauen mit Brustkrebs oder mit Uterusmyomen auf dem Bauch.

Die MRT-Bilder werden auf den Monitor des Ultraschall-Steuergerätes eingespielt. Der behandelnde Kollege kann mittels Software den Tumor markieren und so festlegen, wohin das Steuergerät den Ultraschallstrahl lenkt.

Ähnlich wie eine Lupe das Sonnenlicht bündelt der Applikator den Ultraschall, der eine Frequenz von etwa 1,5 MHz hat. Durch die Fokussierung auf einen Brennzylinder von 2 bis 5 mm Durchmesser entsteht im Herd eine ausreichende Hitze von 60 bis 80 Grad, die Tumoren zerstört oder Myome schrumpfen läßt.

Etwa 80 Frauen mit Uterusmyomen wurden bereits behandelt. Voraussetzung für die Therapie: nicht mehr als drei Myome, Größe bis 8 cm. Frauen mit Knoten über 8 bis 12 cm können so therapiert werden, wenn sie zuvor mit Gonadotropin-releasing Hormon behandelt wurden.

Nicht geeignet ist die Methode, wenn Myome zu dicht am Endometrium liegen, oder bei retroflektiertem Uterus. Dann liegen Darmteile vor der Gebärmutter und können in den Ultraschallstrahl geraten.

Bei Brustkrebs sollte der Tumordurchmesser nicht größer als 2,5 cm sein. Um thermische Schäden zu vermeiden, muß der Herd einen Hautabstand von 1 bis 1,5 cm haben. Die Methode wird auch zur Schmerztherapie bei Knochenmetastasen und zur Ablation von Lebermetastasen angewandt, sagte Hengst. Entwickelt wurde das Verfahren gemeinsam von GE Healthcare und InSightec.

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